FeedBraun (Alexander)
HeilkundeBrockhaus 1882

Braun (Alexander), namhafter Botaniker, geb. 10. Mai 1805 zu Regensburg, erhielt seine Vorbildung am Lyceum in Karlsruhe und studierte 1824—27 zu Heidelberg unter Bronn, Leuckart und Bischoff Medizin mit wesentlicher Berücksichtigung der eigentlichen Naturwissenschaften, namentlich der Botanik. Als eine Fortsetzung seiner Universitätsstudien kann sein Aufenthalt in München 1827—31 angesehen werden, wo er unter von Martius und Zuccarini seine botan. Studien fortsetzte. Sein Aufenthalt in Paris 1831—32 förderte ihn außerordentlich, da er hier mit Cuvier, Brongniart und andern Naturforschern in regen wissenschaftlichen Verkehr trat. Im Frühjahr 1833 als Professor der Botanik und Zoologie an die Polytechnische Schule zu Karlsruhe berufen, wurde er 1837 an Stelle Gmelins zum Direktor des großherzogl. Naturalienkabinetts ernannt. Im J. 1846 nahm er einen Ruf als Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Gartens an der Universität in Freiburg an1850 ging er in gleicher Eigenschaft auf Veranlassung Liebigs nach Gießen. Aber schon im Mai 1851 wurde ihm die Professur für Botanik in Berlin und die Leitung des dortigen Botanischen Gartens übertragen, welcher unter seiner Leitung bedeutende Erweiterungen und Verbesserungen erfuhr. B. starb 29. März 1877 in Berlin. B.s wissenschaftliche Forschungen beziehen sich sowol auf die 1 ologie und Physiologie als auch auf die Entwickelungsgeschichte der Pflanzen, wie er auch, wenn auch in geringerm Maße, der Pflanzenmikroskopie Aufmerksamkeit schenkt. Von seinen bedeutendern, auf die genannten Zweige der Botanik sich beziehenden Schriften sind zu nennen: Untersuchung über die Ordnung der Schuppen an den Tannenzapfeno (14. Bd. der Abhandlungen der Leopoldinisch-Karolinischen Akademier),Betrachtungen über die Erscheinung der Verjüngung in der Natur» (Lpz. 1851), cliber die Richtungsverhältnisse der Sasttröme in den Zellen der Characeeno (Berl. 1852), Das Individuum der Pflanze in seinem Verhältnis zur Spezieso (Berl. 1853), Algarum unicellularium genera nova et minus cognitas (Lpz. 1855), aüber Chytridium (Berl. 1856), uber Bolpenbreont bei Pflanzeno (Berl. 1857), «über Polyembryonie und Keimung von Caelebogyner (Berl. 1860), «über die Isoétesarten der Insel Sardinienr (Monatsberichte der Berliner Akademier, Berl. 1864), „Die Characeen Afrikaso (Monatsberichte der Berliner Akademier, Berl. 1868), Neuere Untersuchungen über die Gattungen Marsilia und Pilularias (Monatsberichte der Berliner Akademien, Berl. 1870 u. 1872) u. s. w. B. war ein scharfer Gegner der rein hne och fassung des Lebens der Pflanzenwelt, ohne jedoch den relativen Wert der neuern Forschungsmethode zu verkennen. Sein Denkmal im Botanischen Garten zu Berlin (Bronzebüste von Schaper) wurde 17. Juni 1879 enthüllt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 471Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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