Görkau, Stadt und Gerichtsbezirk in der Bezirkshauptmannschaft Komotau im nördl. Böhmen, mit (1881) 3531 E. deutscher Zunge, liegt in angenehmer Umgebung von schönen Waldungen an der Dux-⸗Bodenbacher und der Aussig-Teplitzer Eisenbahn, zählt zu den bedeutendsten Industrieorten des Landes und hat drei Baumwollspinnereien, eine Papierfabrik, eine Watte⸗ und Deckenwollfabrik und zwei Dampfmühlen. Einen lohnenden Erwerb der Bewohner bildet die Obstkultur, deren Produkte besonders nach Berlin und Ham0 versendet werden. örke (Joh. Friedr.), preuß. Generalstabsarzt, geb. zu Sorquitten in Ostpreußen 3. Mai 1750, wurde 1767 Kompagniechirurg und bald zum Kompagniechirurgen der Leibkompagnie der Leibgarde ernannt. Er hörte in Berlin die Vorlesungen beim Collegium medico-chirurgicum und wurde während des bayr. Erbfolgekriegs nach Breslau gesendet, um dort die Leitung eines Lazaretts zu übernehmen. Im Feldzuge in Frankreich 1792 lernte er als Generalchirurgus und Mitdirektor der preuß. Feldlazarette die Mängel des preuß. Lazarettwesens kennen. Er erreichte 1793 die Einrichtung eines mobilen, auf 1000 Verwundete und Kranke berechneten Feldlazaretts, Vermehrung und bessere Ausbildung des Sanitätspersonals und veranlaßte die Stiftung der Pepinieère (jetzt . Chirurgisches Friedrich-Wilhelms-Institut) zu Berlin, hob die äußere Stellung der Militärärzte und verbesserte deren materielle Lage. G. wurde 1797 Generalstabschirurgus der Armee. Selbst in der schweren — nach 1806 gelang es ihm, Verbesserungen im nitätswesen ins Leben zu rufen; er erreichte 1811 die Errichtung der mediz.⸗chirurgischen Akademie für das Militär, sowie 1809 die Che G. des militär-chirurgischen Stabes, dessen Chef G wurde. Bei dem Ausbruch des Befreiungskriegs war er unermüdlich thätig, die Feldlazarette zweckmäßig auszurüsten und mit tüchtigen Arzten zu versehen. G. starb zu Sanssouci 30. Juni 1822 und war erst kurz vor seinem Tode aus dem aktiven Dienste geschieden. Vgl. G.s Leben und Wirkeno (Berl. 1817), 4G.s 50jährige Dienstjubelfeier⸗ (Berl. 1818); Richter, des Medizinalwesens der preuß. Armees (Berl. 1860).