Gosche (Richard Adolf), Litterarhistoriker und Orientalist, geb. als Sohn eines Landpfarrers 4. Juni 1824 zu Neundorf bei Krossen a. O., besuchte die Nikolaischule in Leipzig, widmete sich daselbst und in Berlin sprach- und litteraturwissenschaftlichen Studien und promovierte 1847 mit einer Schrift über die Stellung des Armenischen im Iranischen, worauf er eine Anstellung an der Universitätsbibliothek in Berlin erhielt. Im J. 1853 habilitierte er sich neben seiner Bibliothekarstellung für Litteraturgeschichte und Orientalia, ward 1860 Lehrer der Litteraturgeschichte an der Kriegsakademie, 1861 außerordentlicher Professor für dasselbe Fach an der berliner Universität und Ostern 1863 als ord. Professor der oriental. Sprachen an die Universität Halle versetzt. Hier hat er sich, nachdem er eine Reihe von Jahren, besonders als Vorstandsmitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, vorzugsweise die oriental. Studien gepflegt, neuerdings mehr wieder der Litteraturgeschichte zugewendet. Er veröffentlichte auf dem Gebiet der oriental. Sprachen außer seiner Doktordissertation noch: Die Alhambra und der Untergang der Araber in Spanieno (Berl. 1854), „Al-Ghazzalis Leben und Werkey (Berl. 1858), „Die Kitäb el-awäil (Halle 1867), und gab seit 1856 die später abgebrochenen Wissenschaftlichen Drrans, welch über die morgenländ. Studien eraus, welche er im Namen der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft zu erstatten hatte. Sein „Jahrbuch für Litteraturgeschichtes (Berl. 1865) wurde später durch das «Archiv für Litteraturbedenerst ersetzt, von welchem er jedoch nur die eiden ersten Bände (Lpz. 1870—72) selbst herausgab. Mit Tschischwitz revidierte und kommentierte er die Grotesche illustrierte Ausgabe des Shakberger von Schlegel-Tieck (Berl. 1875), mit Borerger „Lessings Werkey (Berl. 1875, ohne Illustrationen 1882).