Gottfried von Neifen, Minnesänger, aus einem schwäb. Rittergeschlechte, dessen Burg (Hohenneufen) noch heute in stattlichen Ruinen vorhanden ist. Er erscheint urkundlich von 1230 bis 1255 vielfach in der Umgebung von König Heinrich, dem Sohne Friedrichs II. Von seinen Liedern trägt der größere Teil den rein höfischen Charakter und zeichnet sich, nicht immer vorteilhaft, durch große Künstlichkeit der Form und durch Reimtändeleien aus; besonders interessant sind ein paar von durchaus volksmäßigem Charakter, die Leben und Treiben des Volks darstellen. Seine Lieder gab Haupt in einer kritischen Ausgabe (Lpz. 1851) heraus.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 237Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei