Dietmar von Aist, Minnesänger des 12. Jahrh., aus einem Rittergeschlecht in sterreich ob der Ens, in der Riedmark, benannt nach dem Bache Aist, früher Agast, Agist. Er kommt in Urkunden seiner Heimat von 1143 bis 1170 vor; 1171 war er sicher schon tot. Die Lieder, die unter seinem Namen uberliefert sind, tragen zum Teil einen höchst altertümlichen Charakter, hohe Einfachheit und Naivetät. Andere haben ein kunstvolleres Gepräge und sind schwerlich von ihm, sondern einem jüngern Dichter, der schon Einfluß von roman. Poesie erfuhr. Man findet sie beisammen in Des Minnesangs Frühlingvon Lachmann und Haupt; die ältern in „Deutsche Liederdichters von Bartsch.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 336Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei