Gouda (spr. Gauda), holländ. auch Ter Gouwe (F. h. an der Gouwe), Stadt in der niederländ. Provinz Südholland, 20 km im Nordosten von Rotterdam, an der durch Schiffahrt und Handel belebten holländ. Yssel und Gouwe, Station der Linien Utrecht-Rotterdam und G.“8 Gravenhage der Niederländischen Rheinbahn, zählt 18480 C., die Handel mit Getreide, Butter und Käse sowie mit Feingarn treiben und Topfwarenfabrikation, desirni Geneverbrennerei unterhalten. Die einst berühmten Thonpfeifenfabriken, welche das Material aus Namur und der Gegend von Koblenz beziehen, sind bedeutend in Abnahme gekommen. Dagegen gibt es in G. und in der Nähe, namentlich bei dem Dorfe Moordrecht, noch sehr bedeutende Ziegelbrennereien, für deren «Klinkerso das Material der Schlamm im Bette der Yssel liefert. Die Stadt hat den größten Marktplatz in Holland. Ihr berühmtestes Gebäude ist die reform. oder St. Janskirche (Groote Kerk), 1485 gegründet, 1552 neu erbaut, ausgezeichnet durch ihre Größe, rächtige Bauart, herrliche Orgel, ihr Glockenspiel und ihre Glasmalereien von wunderbarer Farbenpracht, welche von verschiedenen Künstlern, besonders unter Philipp II. und Margareta von Osterreich seit 1555—77 von den Brüdern Dirk und Wouter Crabeth, ausgeführt wurden. Die Kirche enthält die Stadtbibliothek mit vielen kostbaren und seltenen Werken. Besonders bemerkenswert sind außerdem noch das schöne 1449 erbaute Rathaus mit got. Fagade auf dem Marktplatz, das städtische Museum mit Iuneneson städtischen Altertümern, das 1862 verlassene Korrektionshaus für Weiber, das städtische Progymnasium, die großen Kasernen, das St. Katharinahospital, der Schauspiel⸗ und Konzertsaal, das Butterhaus mit der städtischen Zeichenschule und dem Kantonalgericht. Dem hier geborenen Begründer des holländ. Handelsverkehrs mit Ostindien Cornelis de Houtman und seinem Bruder Frederik de Houtman (Ende des 16. Jahrh.) ist 1880 ein Denkmal errichtet worden, Bronzestandbilder von Stracke. Gondchaux (Michael), franz. Staatsmann, geb. 1797 in Paris als Sohn eines jüd. Kaufmanns, dessen Geschäft er nach dem Tode desselben leitete. Er wurde 1826 in die Deputiertenkammer gewählt, wo er zur Opposition gehörte. Nach der Julirevolution wurdeer Mitglied des Generalrats der Seine, später Kriegszahlmeister in Straßburg, aber schon 1834 abgesetzt. Im Febr. 1848 übernahm er das Finanzministerium, legte es aber sehr bald wegen Differenzen mit Louis Blanc nieder. Auch 28. Juni bis 25. Okt. 1848 und Dez. 1848 —51 war er Finanzminister. Er starb 27. Dez. 1862. Gondimel (Claude), ausgezeichneter Tonsetzer des 16. Jahrh., geb. 1500 zu Vaison bei Avignon. Von seiner Jugend⸗ und Bildungsgeschichte weiß man nichts. Jedenfalls aber hat er außer der musikalischen auch eine sehr tüchtige wissenschaftliche Schule gehabt, wie seine in gutem Latein geschriebenen und an seinen Freund Paulus Melissus gerichteten Briefe beweisen, die dieser in den Schediasmatum Reliquiaer hat abdrucken lassen. In seinen ersten Mannesjahren war er in Rom, wo er kurz vor 1540 eine Musikschule errichtet hatte, in welcher unter andern der später so berühmte Palestrina seinen Unterricht genoß. Man findet ihn 1555 in Paris, mit Nicolas Du Chemin zum Betrieb einer Notendruckerei associiert. Später ging er vom kath. zum reform. Religionsbekennknis über und hielt sich in Lyon auf, wo er in der Bartholomäusnacht 1572 mit den übrigen Calvinisten getötet und sein Leichnam in den Rhöne geworfen wurde. Gedruckt sind von G. Messen, Motetten, geistliche und weltliche mehrstimmige Lieder. Unter den letztern befinden sich auch die in Musik gesetzten Oden des Horaz (Par. 1855). Ferner komponierte er in Motettenform die Psalmen Davids (Par. 1562) und die häufig mit diesem Werke verwechselten vierstimmigen und viel einfacher gehaltenen Psalmen in der übersetzung von Marot und Beza (1565). Aus diesen sind auch mehrere Melodien, die noch jetzt in den prot. Kirchen gesungen werden, 3. B. der Choral «Herr Gott, dich loben wirv.