FeedGough (Hugh, Viscount)
GeschichteBrockhaus 1882

Gough (Hugh, Viscount), brit. Feldmarschall, Sohn von George G. auf Woodstown in der Grafschaft Limerick, wurde 3. Nov. 1779 geboren, trat 1794 in die Armee ein, diente 1795 bei der Eroberung des Kap der Guten Hoffnung, dann in Westindien bei dem Angriff auf Puerto-Rico, in Sta.⸗Lucia und bei der Einnahme von Surinam und befehligte 1809 in Spanien das 87. Regiment in den Schlachten von Talavera, Barossa, Vittoria und Nivelle, sowie bei den Belagerungen von Cadiz und Tarifa. Im J. 1830 zum Generalmajor befördert, erhielt er 1841 das Kommando über die Landtruppen in China, wo er 25. Mai das chines. Heer westlich von Kanton schlug und den Gouverneur von Kanton zum Abschluß einer Kapitulation nötigte. Hierauf nahm er 26. Aug. Amoy, besetzte 30. Sept. die Insel Tschusan, 7. Okt. Tschinghai und 13. Okt. Ningpo. Zum Generallieutenant befördert, schlug G. 15. März 1842 die Chinesen unter Hihking bei Tsekih, bemächtigte sich am 18. der Stadt Tschapu, forcierte den Eingang des Nang-tsekiang, besetzte 19. Juni Shanghai und erstürmte 21. Juli das von den Tataren hartnäckig verteidigte Tschin-kiang-fu. Seinen Angriff auf Nanking 9. Aug. verhinderte die Nachricht von dem abgeschlossenen Waffenstillstand, dem 29. Aug. der Friede mit China folgte. G. wurde im Dez. 1842 zum Baronet erhoben und mit dem Oberkommando in Indien betraut. Hier überwand er 29. Dez. 1843 bei DaSsen die Mahratten, schlug 18. Dez. 1845 die Sikhs in der blutigen Schlacht von Mudki, erstürmte 21. Dez. das Lager bei Ferozeschah und brachte endlich dem Feinde 10. Febr. 1846 bei Sobraon eine vollständige Niederlage bei. Am 22. Febr. zog er in Lahore ein. G. erhielt den Dank des Parlaments und wurde 7. April 1846 unter dem Titel Lord G. von Tschin-kiang-fu in China und Maharadschpur und dem Setledsch in Ostindien zum Peer erhoben. Als im Herbst 1848 die Sikhs abermals in das brit. Gebiet einfielen, lieferte G. ihnen 13. Jan. 1849 die blutige Schlacht von Chillianwallah, in der die Engländer zwar das Schlachtfeld behaupteten, aber so geschwächt wurden, daß sie den Feind nicht verfolgen konnten. Die Anordnungen G.s erregten in England heftigen Tadel, und die Direktion der Ostindischen Kompagnie beschloß, ihm das Kommando zu nehmen und es dem General Napier zu übertragen. Allein schon 21. Febr. hatte G. die Sikhs bei Guzerate wieder angegriffen und sie nach hartnäckiger Gegenwehr fast aufgerieben. Von allen Seiten umzingelt, legte der Rest ihres Heers 11. März die Waffen nieder. Die Folge dieser Siege war die Einverleibung des Pendschab in das brit.⸗ostind. Reich. G. ward 4. Juni 1849 zum Viscount G. von. Guzerate und der Stadt Limerick erhoben. Er kehrte nach Europa zurück, trat in das Oberhaus ein, in dem er der Partei der Whigs angehörte, erhielt 9. Nov. 1862 den Feldmarschallsrang und starb 3. März 1869 zu London.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 247Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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