Geismar (Friedr. Kaspar, Baron von), russ. General, geb. zu Severinghausen bei Ahlen im preuß. Kreise Beckum 12. Mai 1783, trat 1798 in österr. Militärdienst und nahm 1799 am Feldzuge in Italien teil. Im folgenden Jahre wurde G. mit seinem Regiment gefangen genommen und nach Genua gebracht, von Massena jedoch auf Ehrenwort entlassen. G. schied hierauf aus dem österr. Dienste und wollte nach Indien gehen, um dort in engl. Kriegsdienst zu treten, entschloß sich jedoch während der Reise in Korfu, in das dort stehende russ. Garderegiment Sibirien einzutreten, in dem sich gegen die Türken mehrfach auszeichnete. An dem Französisch-Preußisch-Russischen Kriege von 1812 bis 1814 nahm G. als Parteigänger an der Spitze einer Reiterschar teil und unternahm kühne Züge im Rücken des feindlichen Heeres; 1814 eroberte er unter anderm St. Quentin. G. wurde 1820 General, befehligte 1828 im Türkenkriege die Vorhut des 6. Armeekorps und verteidigte die Kleine Walachei unter schwierigen Verhältnissen, schlug dann vor Widdin 29. Sept. die Türken und unternahm 1829 mehrere erfolgreiche Streifzüge. ein Reiterkorps, wurde aber 19. Febr. bei Stoczek geschlagen und 31. März bei Wawr überfallen; darauf vor ein Kriegsgericht gestellt und von diesem freigesprochen, nahm er am Sturme auf Warschau teil und wurde hierbei schwer verwundet. Der Kaiser berief G. als Generaladjutanten zu sich nach Düldnriom und ernannte ihn zum Mitgliede der ilitärkommission. In dieser Stellung starb G. dort 10. Mai 1848. Erstein des elsaß-lothring. Bezirks Unterelsaß, liegt an der Ehn (bei G. Ergers genannt), 13 km südwestlich von Straßburg, ist Station (3 Em vom Orte) der Linie Straßburg-Basel und zählt (1880) 2210 fast ausschließlich kath. E., welche Acker⸗, Hanf⸗ und Tabaksbau treiben. G., ehemals Geisbodesheim, erscheint noch Ende des 14. Jahrh. als seste Stadt, von deren alten Thoren noch Reste vor⸗