FeedGradbogen
TechnikBrockhaus 1882

Gradbogen ist die Bezeichnung für zwei verschiedene Instrumente; diese sind 1) ein in Grade und Unterabteilungen derselben eingeteilter Kreisbogen an einem Winkelmeßinstrument. Um den Mittelpunkt des G. ist das Visierfernrohr des Instruments drehbar. Mit dem Fernrohr ist ein Inder verbunden, mittels dessen die Winkel auf dem G. abgelesen werden. Behufs Ablesens geringerer Einheiten, als durch direkte Teilung auf dem G. dargestellt werden können, ist mit dem Index gewöhnich ein zweiter, kürzerer G. verbunden, welcher so eingeteilt ist, daß seine Einheiten um das kleinste abzulesende Maß von denen des feststehenden G. differieren. Der letztere wird Limbus, der bewegliche Nonius oder Vernier (s. d.) genannt. 2) Ein Instrument zum Messen der Neigungswinkel von Gebirgsschichten, Erzlagerstätten u. s. w., welches im Bergbau und zu geognostischen Zwecken benutzt wird. Dasselbe, auch Markscheiderwage genannt, ist einem halbkreisförmigen Transporteur ahnlich, nur daß um den Kreismittelpunkt drehbar ein Lot angebracht ist und am Lineal zwei Haken sich befinden. Mittels letzterer wird der G. an einer der Richtung der Böschung entsprechend gespannten Schnur aufgehängt, worauf das Pendel an dem von der Mitte aus nach den Enden zu eingeteilten Halbkreis den gesuchten Neigungswinkel angibt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 260Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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