Alhidade r alhidade, engl. alhidada), eine an Winkelmeßinstrumenten Fernroh Vorrichtung, um die Drehung des Fernrohrs zu messen. Jedes derartige Meßinstrument besteht im wesentlichen aus einem in Grade eingeteilten Kreisring und der Visiervorrichtung, dem Diopter oder Fernrohr, welch letzteres bei vervollkommneten Instrumenten um den Mittelpunkt des Kreises drehbar ist. Um den Winkel zu messen, den zwei verschiedene Richtungen des Diopters oder Fernrohrs miteinander bilden, muß eine Verbindung mit einem Zeiger hergestellt sein, der den jedesmaligen Stand desselben auf dem Teilkreis angibt. Dieser Zeiger wird A. (arab., d. i. Zähler) genannt. Bei ältern Instrumenten ist mit dem Diopter statt des Zeigers ein zweiter Kreis, Alhidadenkreis, verbunden, welcher, dicht an dem ersten anliegend, sich mit dem Diopter dreht und eine Marke trägt, deren Die duchenng gegen die Teilung des festen Kreises die Richtung des Diopters bestimmen läßt. Bei sehr genauen Instrumenten trägt der Alhidadenkreis oder das Ende der A. statt der Marke ein Stück von einer Kreisteilung, deren Abschnitte zu denen des festen Kreises in bestimmtem Verhältnis stehen, wodurch es möglich wird, Unterabteilungen des letztern abzuschätzen. Der die Hauptteilung tragende feste Kreis heißt Limbus, die auf der A. oder dem Alhidadenkreis angebrachte Nebenteilung Nonius oder Vernier; ist statt dieser nur ein Teilstrich vorhanden, so wird derselbe Indexr genannt. Bei Maschinen, für deren Wirkung eine streng mathem. Genauigkeit gefordert wird, beispielsweise bei Räderfräsmaschinen, ist die A. ein unabhängig von der Teilscheibe angebrachter eiserner oder stählerner Arm, welcher mit dem einen Ende um ein Scharnier horizontal beweglich ist, während er nahe an dem andern Ende eine senkrechte, kegelförmige Stahlspitze trägt, die in einen beliebigen Punkt der Teilscheibe eingesetzt werden kann, indem die A. durch Drehung um ihr Scharnier an die betreffende Stelle geführt wird. Solange die Spitze in einem der Löcher der Teilscheibe steht, ist die Bewegung der letztern gehindert und man kann mittels der betreffenden Vorrichtung in das auf der Achse der Teilscheibe befestigte Arbeitsstück einen Einschnitt machen. Hebt man hierauf die Spitze der A. aus und setzt sie nach geringer Drehung der Scheibe in einen der folgenden Teilpunkte ein, so beschreibt auch das Arbeitsstück einen entsprechenden Bogen und man kann einen neuen Einschnitt in dasselbe machen.