FeedGräfenthal
ErdkundeBrockhaus 1882

Gräfenthal, Stadt im Kreise Saalfeld des Herzogtums Sachsen-Meiningen, liegt an der Zopte in einem tief eingeschnittenen Thale, ist seit dem Brande von 1852 schöner und regelmäßiger aufgebaut, ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 2231 E. Haupterwerbszweig der letztern ist die Gewingung von Dach- und Tafelschiefer, Griffelschiefer, Wetzsteinen und Farbenerden, sowie die Fabrikation von Schiefer⸗ und Porzellanwaren. Auf der Nordwestwand des Thals liegt der alte Dynastensitz Schloß Wespenstein (Wendenstein), teils in Trümmern, teils wohnlich erhalten. Die Schieferindustrie beschaftigt fast sämtliche Bewohner des Amtsgerichtsbezirks; der Schiefergewinn beläuft sich jährlich im Durchschnitt auf 1 Mill. Ctr. mit einem Geldwert von gegen 2 Mill. Mark. Außer der Stadt G. ist noch das Städtchen Lehesten mit 2015 C. ein Mittelpunkt der Schieferindustrie. Unter den benachbarten Schieferbrüchen sind die auf dem Unnütz die ältesten und großartigsten Deutschlands.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 269Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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