Saalfeld, die Hauptstadt eines gleichnamigen, seit 1826 zum Herzogtum Sachsen-Meiningen-Hildburghausen gehörigen Fürstentums, liegt sehr malerisch an der Saale, an der Linie Leipzig-Gera-Eichicht der Preußischen Staatsbahnen, von der hier die Saalbahn abzweigt, ist Sitz eines Amtsgerichts, Landratsamts, einer Kreisschulinspektion und eines Bergamts und zählt (1885) 8421 meist prot. E. Unter den Bauwerken sind das 1679 erbaute Residenzschloß mit Kirche, die got. Johannislirche aus dem 13. Jahrh. und die nach dem Brand von 1880 in reinsten roman. Stil wieder hergestellte Hofapotheke hervorzuheben. Das ehemalige Barfüßerkloster ist jetzt in eine Malzfabrik umgewandelt. Von der Katten⸗ oder Sorbenburg aus den J. 900 —1000, hart an dem Saalufer gelegen, sind zwei Türme und die Front des Mittelbaues noch erhalten. Das Schloßchen Kitzerstein, ein got. Bau aus dem 16. Jahrh., ist noch bewohnt; auch der Darrturm und das Saalthor sind alte Gebäude. Von Unterrichtsanstalten besitzt die Stadt ein Realgymnasium mit neuem (1885 eröffneten) Gebäude, eine höhere Töchter⸗ und eine Bürgers chule. Die gewerbfleißigen Bewohner unterhalten Fabriken für Farben, Drahtgewebe, Nähmaschinen, Alabasterwaren, Wachstuch etc. Auch bestehen zu S. gute Brauereien. Durch eine Brücke mit der Stadt verbunden ist das Dorf Alt-Saalfeld, mit 428 E. In der Nahe S.s fand 10. Okt. 1806 ein Gefecht zwischen den Preußen und Franzosen statt, wobei der Prinz Ludwig von Preußen seinen Tod fand, dem hier 1823 bei Wöhlsdorf ein eisernes Denkmal errichtet wurde. Vgl. Wagner und Grobe, Chronik von S.v (Saalf. 1867); Richter, cS. und Umgegendo (Saalf. 1874). Das Fürstentum Saalfeld wurde 1680 von Johann Ernst (gest. 17. Dez. 1729), dem jüngsten Sohne Herzog Ernsts des Frommen von Gotha, begründet, der auch in der Stadt seine Residenz nahm. Als jedoch 1735 das Fürstentum Coburg an das Haus Sachsen-Saalfeld gelangte, wurde Coburg der Sitz des Fürsten. Diese Verhältnsse währten bis 1826, wo nach dem Aussterben der gothaischen Speziallinie das Fürstentum S. von Coburg an Sachsen-Meiningen abgetreten wurde. — Der Kreis Saalfeld zählt auf 598,5 ꝗkm 53 124 E.