Grenadiere waren ursprünglich die zum Werfen der Handgranaten bestimmten Leute der Infanterie, davon anfangs Granatiere genannt. Der schwed. Oberst Lars Kagge zeichnete sie bei der Verteidigung von Regensburg 1634 durch eine Soldzulage aus. Ursprünglich von Freiwilligen gebildet, wurden später bei jeder Kompagnie einige erlesene Leute zum Werfen der Handgranaten bestimmt. Als im 18. Jahrh. der Gebrauch von Handgranaten im Ramschal aufhörte, zog man die G. als tüchtige Mannschaft in besondere Kompagnien zusammen; jedes Bataillon erhielt eine Kompagnie. Sie bildeten eine Art Kerntruppe der Infanterie und wurden nachher in den deutschen Heeren in Bataillone formiert, anfangs nur im Kriege, später bleibend. In der franz. Armee behielt jedoch jedes Bataillon Linieninfänterie seine Grenadierkompagnie bis 1868 bei. In Rußland besteht ein besonderes Grenadierkorps. In Preußen wurden die nach der Reduktion von 1807 noch gebliebenen sechs Grenadierbataillone 1814 zu den beiden, dem Gardekorps einverleibten Regimentern Kaiser Alexander und Kaiser Franz formiert, aus denen bei der Reorganisation 1859 noch zwei neue Gardegrenadierregimenter gebildet wurden. Außerdem erhielten die 12 ältesten Infanterieregimenter die Benennung G.; diese wurde später au zwei sächs., einem mecklenb., einem hess., zwei bad. und zwei württemb. Regimentern zuteil.