FeedGribojedow (Alexander Sergejewitsch)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gribojedow (Alexander Sergejewitsch), russ. Dichter und Diplomat, geb. 1793 (nach andern 1794) in Moskau, trat früh in das russ. Heer und wurde in dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten in Petersburg angestellt. Ein Duell nötigte ihn jedoch, sich nach dem Kaukasus zu beeben. Nachdem er schon in seiner Jugend einige heaterstücke geschrieben hatte, verfaßte er während seines ersten Aufenthalts in Asien sein berühmtes Lustspiel unter dem schwer zu übersetzenden Titel Gore ot umär (etwa 4Es ist ein Unglück, Geist zu Hehrar deutsch von Knorring, Reval 1831, und von Bertram, Lpz. Weise in welchem G. in geistvoller, formvollendeter Weise mit scharfem Witz und beißender Satire die elte in Nu und sittlichen Gebrechen der höhern Kreise in Rußland schildert. G. hatte in dem Verdacht gestanden, der Verschwörung vom 26. Dez. 1825 angehört zu haben. Nachdem er sich hiervon in Petersburg gereinigt hatte, wurde er 1828 als Gesandter an den Hof von Teheran ge-Botte hier aber schon 12. (24.) Febr. 1829 bei einem olksauflauf nebst allen andern daselbst wohnenden Russen ermordet. Seine Werke erschienen gesammelt in Petersburg in Smirdings Ausgabe der russ. Klassiker (1854) und vollständiger in Berlin (1858; 2. Ausg. 1870). Vgl. 46. i qewo sotschinenijao (G. und seine Werker, Petersb. 1858). Eine gute Ausgabe, mit Biographie, erschien in der Russischen Bibliotheks (Bd. 5, Petersb. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 351Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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