Griechenland hat indes in neuester Zeit große Anstrengungen gemacht, seinen Weinbau zu heben und seinen Erzeugnissen den europ. Markt zu gewinnen. Regierung und Private, erstere durch Veranstaltung von Ausstellungen (Olympiaden), Berufung deutscher und französischer praktischer und gelehrter Snologen, wetteifern in ihren Anstrengungen. Die Gewächse klassifizieren sich in herbe Rotweine, Clarets und Süßweine. Erstere ähneln zum Teil den mittlern Gewächsen der Gironde und werden von den Franzosen in enormen Quantitäten zur Herstellung von Bordeauxweinen und zur Verdeckung des durch die Verheerungen der Philloxera hervorgerufenen Verlustes in Frankreich aufgekauft, vorzugsweise in Levkadha (Leukas), Korfu, Zante, Santorin, Evvia (Euböa). Sehr gute herbe Rotweine wachsen noch in der Umgebung von Korinth, in Attika (im Kephissosthal) und auf Santorin der Camarite. Clarets, dem trockenen Sherry, Madeira, Marsala u. dgl. ähnlich, werden allerwärts, weiß und rot, mehr oder weniger gut erzeugt. Hervorzuheben sind Elia und Kalliste, Vino de Baeco (Vino di Notte) von Santorin, Rombola von Cephalonia, Achaier von Patras. Die Süßweine sind von hervorragender Güte. Die Moscatos von Cephalonia, Malvasiere und Mavrodaphni von Patras, die teilweise unter altklassischen Namensbezeichnungen seitens der Produzenten ihren Weg nach Deutschland finden, Vino santo braun und rot von Santorin, die Malvasiere von Tinos, Jos, Mistra (das alte Sparta) gehören zu den besten der Welt. Das Hauptverdienst um die Hebung der griech. Weinkultur gebührt der Deutschen Weinbaugesellschaft in Patras, die großartige Magazine und Kellereien besitzt, in gleichem Maße dem deutschen Konsul Toole in Cephalonia; auch die Brüder Tripos in Korinth sind bahnbrechend vorgegangen. Die griech. Weine werden erfolgreich in neuester Zeit nach Deutschland eingeführt, besonders durch die Weingroßhandlung von Menzer in Neckargemünd.