FeedGriespaß
ErdkundeBrockhaus 1882

Griespaß, ein Übergang der Lepontinischen Alpen (s. Alpen 9) an der Grenze des schweiz. Kantons Wallis und der ital. Provinz Nopara und auf der Wasserscheide zwischen Rhöne und Po (Toce) gelegen, verbindet das Oberwallis mit dem Formazzathal und Domo d'Ossola (s. d.). Der Weg über den G., ein gut unterhaltener Saumweg, weigt bei Obergestelen (1369 m) von der Furkatraße ab, überschreitet den Rhöne und steigt südöstlich durch das steinige Eginenthal hinauf, wendet sich dann nach S. und gelangt in vielen Windungen zum Rande des flachen Griesgletschers, überquert diesen und erreicht die Paßhöhe (2446 m) zwischen dem Grieshorn (2926 m) links und dem Bettelmatthorn rechts. Von der Höhe, die eine prächtige Aussicht auf die Berner Alpen gewährt, senkt sich der Weg steil in das Formazza-oder Pommat-Thal hinab, in welchem die Toce bei dem Weiler Auf der Fruth (1685 m) ihre berühmten Wasserfälle bildet, gelangt dann durch den malerischen Engpaß von Foppiano (Unterwald) in die zweite Thalstufe das Val Antigorio, wo der Saumpfad sich in eine Fahrstraße verwandelt, und tritt durch eine zweite Felskluft bei Crevola (335müber dem Meer, 4km oberhalb Domo d'Ossola) in das breite, von der Simplonstraße durchzogene Eschenthal (Valle d Ossola) hinaus. Von Eren Marte bis Domo d'Dssola erfordert der G. einen Marsch von 16 Stunden. Der G. ist der leichteste Gletscherpaß der Schweizer Alpen und war vor Eröffnung der Simplonstraße (1806) der wichtigste bergang aus dem Oberwallis nach Italien. Obwohl seither seine Bedeutung abgenommen hat, wird er doch noch häufig begangen und bildet in Verbindung mit der Grimsel eine beliebte Touristenpassage aus dem Berner Oberland nach Domo d'Ossola.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 419Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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