Lukmanier, Alpenpaß an der Grenze der schweiz. Kantone Graubünden und Tessin, zwischen den östlichsten Ausläufern der Gotthardgruppe und den zum Adulagebirge gehörenden Medelserbergen gelegen, verbindet das graubündische Val Medels mit dem tessinischen Val Blenio. Schon im Mittelalter als einer der bequemsten Alpenübergänge stark frequentiert und mit Hospizen versehen, wurde der Paß 1873—77 fahrbar gemacht. Die Poststraße über den L. zweigt bei Disentis (1159 m) von der Oberalpstraße ab, überschreitet den Vorderrhein, steigt in vielen Windungen und 11 Tunnels durch die wilde Felsschlucht des Mittelrheins hinauf und erreicht durch das einförmige Hochthal Val Medels die Paßhöhe (1917 m, 21 km von Disentis), am Fuße des aussichtsreichen Scopi (3200 m), welche die Grenze der beiden Kantone und die Wasserscheide zwischen Rhein und Tessin bildet. Am Südabhang wendet sich die Straße nach SO. und O., zieht sich durch die Weiden und Waldungen des Val Sta.⸗Maria nach Olivone (893 m) im Bleniothale und erreicht dem Brenno folgend Biasca (310 m, 62 km von Disentis) an Gotthardbahn.