Grolman (Karl Wilh. Georg von), preuß. General, Sohn des vorigen, geb. zu Berlin 30. Juli 1777, trat, 14 J. alt, in das Infanterieregiment von Möllendorf, in welchem er 1795 Offizier und 1804 als Premierlieutenant Inspektionsadjutant des Feldmarschalls von Möllendorf wurde. Beim Ausbruch des Kriegs 1806 war er Stabskapitän; nach der Schlacht bei Jena wurde er Adjutant des kommandierenden Generals, Fürsten von Hohenlohe. Durch eine Sendung mit Berichten an den König entging er der Kapitulation von Prenzlau und kam glücklich zur Armee nach Ostpreußen. Hier wurde er dem Generalstabe des L'Estocqschen Korps überwiesen und 1807 für Auszeichnung in der Schlacht bei Heilsberg zum Major befördert. Nach dem Tilsiter Frieden nahm er unter Scharnhorst an der Reorganisation des Heeres hervorragenden Anteil, trat jedoch 1809 in österr. Kriegsdienste und wohnte im Generalstabe Kienmayers dem Dosenege in Franken und Sachsen bei. Nach abgeschlossenem rieden ging er über Schweden und England nach Spanien, traf im Frühjahr 1810 in Cadiz ein und wurde als Major in der Legion Extrangera angeellt, welche er bald thatsächlich führte. Er wurde berstlieutenant, aber 1812 bei der Eroberung von Valencia von den Franzosen gefangen genommen und nach Frankreich abgeführt. Nachdem er sich im Sren aus der Gefangenschaft befreit und die schweiz. Arenze erreicht hatte, reiste er unter dem Namen eines ehemaligen österr. Offiziers Richter nach Deutschland zurück und bezog die Universität Jena. Als der König Friedrich Wilhelm III. nach Breslau abgegangen war, folgte ihm G. nach Schlesien, wo tenant, bald darauf zum Obersten befördert, Feidzuge von 1814 bis zum Pariser Frieden teil. G. i den Marsch des Blücherschen Heeres auf Landesvermessung zuwandte. Nach Ausscheiden des Kriegsministers von n 15 ed er sich 1819 G. Euunh veranlaßt, seinen Abschied zu nehmandeur der 9. Division (in Glogau) wieder in den Dienst trat. Im J. 1830 kommandierte er unter Gneisenau an der poln. Grenze; 1832 wurde er interimistisch und drei Kabde später definitiv zum kommandierenden General des 5. Armeekorps ernannt und 1837 zum General der Infanterie befördert. Im J. 1840 ging er in militärpolit. Sendung nach Wien infolge der franz. Kriegsdrohung. Er starb 15. Sept. 1843 zu Posen, wo ihm 1845 ein Denkmal errichtet wurde. Die «Geschichte des Feldzugs von 1815 in den Niederlanden und Frankreich' (2 Bde., Berl. 1837 —38), sowie die Geschichte des Feldzugs von 1814 in dem östl. und nördl. Frankreich bis zur Einnahme von Pariso (3 Thle. in 4 Bdn., Berl. 1842) sind nach G.s Vorträgen von seinem Adjutanten, dem Oberstlieutenant von Damitz, niedergeschrieben. Vgl. Luden, «Hauptmann von Gerlach (General G.) 1812 Student in Jenay (Jena 1843).