Grosseto, befestigte und gutgebaute Hauptstadt der gleichnamigen Provinz des Königreichs Italien, liegt inmitten der Maremma Grossetana, 2 km vom rechten Ufer des Ombrone, 7 km von dessen Mündung und an der Bahn Florenz-Livorno-Rom, die hier nach Asciano abzweigt. Der Ort ist Sitz eines Bistums, hat eine großartige Kathedrale mit einer schönen Fagade aus vielfarbigem Marmor, eine Parochialkirche und ein Theater. Dem völlien Mangel an Trinkwasser hilft seit 1833 ein ohrbrunnen von ungeheuerer Tiefe ab. Nahe bei der Stadt beginnt der große Sumpf von Castiglione della Pescaja, der 18,5 km westwärts bis zum Küstenorte Castiglione reicht. G. zählt (1881) 7371 E., von denen früher im Sommer wegen der verpesteten Luft nur 3400 zurückblieben. Durch die in neuerer Zeit mit großem Erfolge fortschreitenden Entsumpfungsarbeiten mittels der Colmaten (Bodenerhöhung durch Absatz aus dem Gewässer) ist die Stadt wohnlich geworden, und reicher Land- und Gartenbau, sowie mannigfaltige Industrie haben sich entwickelt. In der Nähe liegen die Bagni di Roselle (Aquae Russellarum), 36* C. warm, reich an Glaubersalz, Bittersalz und Kochsalz. Die Ruinen des noch 1287 bewohnten Russellä, einer der 12 etrusk. Bundesstädte, zeigen riesige Cyklopenmauerreste. Die Provinz Grosseto zählt auf 4420,0 gkm 114295 E. und ist mit 25 Seelen auf 1 akm nächst Sassari die mindestbevölkerte des ganzen Königreichs Italien.