FeedGrubenwetter
NaturlehreBrockhaus 1882

Grubenwetter, die Wetter, bergmännischer Ausdruck für Luft, speziell die Grubenluft, auch Gase, Dünste. Je nach dem größern oder geringern Gehalt an Sauerstoff unterscheidet man guke, matte, schlechte Wetter. Die guten Wetter sind die atmosphärische Luft; je weniger nun die Wetter dieser! in ihren Bestandteilen gleichen, um so mehr gehen sie über in matte und von diesen in schlechte, verdorbene Wetter. Schädliche Substanzen sind Kohlensäure, leichtes und schweres Ducchuber und brenzliche Stoffe, schweflige Säure, Quecksilber und arsenikalische Dämpfe, sowie die mit Kohlenstaub oder den verschiedenen Miasmen in der Zersetzung begriffener organischer Körper geschwängerte Luft. Außerdem unterscheidet man noch Böse Wetter, Schlagende Wetter, Brandige Wetter. (S. unter Grubengas.) Da durch Entziehung des Sauerstoffs aus der Luft, sei es durch den Atmungsprozeß, durch das Verbrennen des Geleuchtes, oder sei es durch Zersetzungen, Fäulnis u. s. w., die Luft einen für den menschlichen Organismus keinerlehüberschuß an Stickstoff erhält, sich auch zu einer ebhaften Verbrennung nicht eignet, so muß jederzeit auf einen guten, flotten Wetterwechsel (Wetterzug) gesehen werden, der, wenn er nicht auf natürlichem Wege zu erzielen ist, mittels Maschinen, Ventilatoren u. s. w. auf künstlichem Wege erzeugt werden muß, d. h. es muß die schlechte, verbrauchte und gefährliche Grubenluft durch frische, atmosphärische ersetzt werden. (Vgl. Bergbau, Bd. II, S. 8075.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 550Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6