FeedGrünsand
NaturlehreBrockhaus 1882

Grünsand oder glaukonitischer Sandstein, ein Sandstein, welcher durch seinen Gehalt an Glaukonit ausgezeichnet ist; dieses graugrüne Mineral, ein wasserhaltiges Silicat von vorwiegend Eisenoxydul (oder aln hide mit Kali, auch etwas Thonerde und Kalk, bildet hirsekorngroße, schießpulverähnliche Körnchen neben den Quarzkörnern, und das Bindemittel ist alsdann kalkig oder mergelig, während in andern G. das Bindemittel selbst zum Teil aus pulverigem Glaukonit besteht. Nach Ehrenberg sind viele Glaukonitkörnchen Steinkerne von Foraminiferenschalen, die von der Glaukonitsubstanz ausgefüllt und später aufgelöst wurden. Die G. sind lichtgrün, gräulichgrün, bis zu dunkelgrün hin gefärbt, desto intensiver, je mehr Glaukonit sie enthalten, und verändern wohl im Lauf der Zeit durch höhere Oxydation des Eisens diese Farbe in eine lichtbräunliche. G. kennt man zwar schon in den ältern Formationen (wie in dem Silur von Bornholm und Petersburg), die Hauptentwickelung fällt jedoch in die Kreideformation, wo er namentlich im Turon Westfalens, Sachsens und Englands sehr verbreitet ist. Auch der tertiäre Wienersandstein, der untere Meeressand des pariser Cocänbeckens, sowie die Molasse der Schweiz ist stellenweise als G. ausgebildet. Im Staate Neujersey wird der 6—8 Proz. Kali haltende G. der Kreideformation als ein äußerst wirksames Düngemittel massenhaft benutzt; hier und da gebraucht man ihn auch als grüne Farbe zum Anstreichen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 575Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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