FeedGrünhagen (Colmar)
GeschichteBrockhaus 1882

Grünhagen (Colmar), Historiker, geb. 2. April 1828 zu Trebnitz bei Breslau, empfing seine Gymnasialbildung in Breslau, studierte dann seit 1847 Jena, Berlin und Breslau Geschichte und habiitierte sich 1855 an der breslauer Universität auf Grund der Abhandlung «Otfried und Heliand, eine —1 Parallelev. Seit 1858 wandte er sich speziell er Geschichte seiner Heimat zu, veröffentlichte 1860 eine Sammlung mittelalterlicher breslauer Geschichtsquellen (Codex diplomaticus Silesiaen, Bo. 3) und als Verarbeitung derselben die Schrift „Breslau unter den Piasten als deutsches Gemeinweseno (Bresl. 1861). Im J. 1863 zur Leitung des breslauer Staatsarchivs berufen, übernahm G. zugleich die Redaction der „Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertum Schlesienso; 1866 ward er zum außerord. Professor der Geschichte an der Universität Breslau ernannt und 1873 zum königl. Archivrat. Von G.s Publikationen sind noch hervorzuheben: Regesta episcopatus Vratislaviensiso (herausg. in Gemeinschaft mit Korn, Bresl. 1864), Registrum 8. Wenceslai. Urkunden vorzüglich ticus Silesiaer, Bd. 6, herausg. mit Wattenbach, Bresl. 1865), «Regesten zur schles. Geschichte (Codex diplomaticus Silesiaen, Bd. 7, Bresl. 1867), „Geschichtsquellen der Hussitenkrieges (Scriptores rerum Silesiacarumy, Bd. 6, Bresl. 18710, «Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens und seiner einzelnen Fürstentümer im Mittelaltero (mit Markgraf, Tl. 1, epz. 1881, letzterer erscheint in der Reihe zugleich als Bd. 7 der «Publikationen aus den königl. preuß. Staatsarchiveno). Die größern Werke G.s sind: „Erzbischof Adalbert von Hamburg und die Idee eines nordischen Patriarchatso (Lpz. 1854), Friedrich d. Gr. und die Breslauer 1740—415 (Bresl. 1864), «Die Hussitenkämpfe der Schlesiere (Bresl. 1872), „Geschichte des ersten Schlesischen Kriegso (2 Bde., Gotha 1881), 4«Geschichte Schlesiens v (Gotha 1884 fg.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 575Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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