FeedGuadalaxära oder Guadalajara
ErdkundeBrockhaus 1882

Guadalaxära oder Guadalajara, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz (12611 qkm mit 201288 E.) in Spanien, eine Ciudad von (1877) 8581 E., auf einer kahlen Anhöhe, am linken Ufer des Henares, an der aragon. Hauptstraße und der Eisenbahn Madrid-Saragossa, 56 km im Nordosten von Madrid gelegen, hat eine schöne neue Steinbrücke, zehn Kirchen, sieben Nonnen⸗ und sechs ehemalige Mönchsklöster. In der ehemaligen königl. Tuchfabrik befindet sich jetzt die Academia de Ingenieros. Statt des Tuchs fabriziert der Ort Serges und Flanells. Der alte got. Palast der Herzöge de l'Infantado, 1461 begonnen, befindet sich ganz im Verfall. Die große Wasserleitung soll ein Bau der Römer sein. In der San-Francisco-Kapelle befindet sich die Gruft der Mendoza. Die Umgegend (Alcarria) ist einer der fruchtbarsten Teile Spaniens und erzeugt viel Getreide, etwas Ol und Wein. Das Thal des Henares ist hier und weiter aufwärts sehr malerisch. Die Stadt hieß im Altertum Arriaca (auch Caraca) und ward 714 den Goten von den Arabern entrissen, welche den Ort Wadi-el-Higara nannten und ihn 1081 an König Alfons J. von Castilien verloren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 581Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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