FeedHen (grch. sy)
ErdkundeBrockhaus 1882

Hen (grch. sy), eins; 2 ον ν (Hen kai pän), eins und alles. Henade (grch.), soviel wie Monade (s. d.). Henares, Fluß in den span. Provinzen Guadalajara und Madrid Neucastiliens, entspringt in der Sierra Ministra nördlich von dem Passe, durch welchen die Eisenbahn von Madrid nach Saragossa in das Thal des Jalon führt, fließt nach Südwesten neben der Eisenbahn an Siguänza, Guadalajara, Alcalä de Henares vorüber und mündet nach einem Laufe von 150 km bei Mejorada del Campo in den Jarama, einen rechtsseitigen Zufluß des Tajo. Der H. speist den Henareskanal in der Umgegend von Humänes, zwischen Jadragun und Guadalajara; mittels eines gewaltigen Dammes, der ihn sperrt, und 5 Schleusen gibt er dem 45 km langen Ka— nale das Wasser, welches 12000 ha Landes im Thale von Guadalajara und Alcalä befruchtet. Hencke (Karl Ludw.), Astronom, geb. 8. April 1793 zu Driesen in der Altmark, machte als freiwilliger Jäger die Freiheitskriege mit und wurde bei Lützen verwundet. Später war er an verschiedenen Orten als Postbeamter, zuletzt als Postmeister zu Friedeberg in der Neumark thätig. Nachdem er seinen Abschied genommen, widmete er sich in Drie— sen der Astronomie, wurde der Entdecker zweier klei— ner Planeten, der Asträa (1845) und Hebe (1847), und lieferte eine der berliner akademischen Stern-⸗ karten. H. starb 21. Sept. 1866 zu Marienwerder. Henckel von Donnersmarck, ein altes, in Schlesien ansässiges Grafengeschlecht, welches sei— nen Ursprung von Peter von Thurzo auf Donners-⸗ marck oder Csötörtökhely im Zipser Komitate herleitet, welcher um 1378 zuerst den Namen Hen-⸗Kell führte und beibehielt. — Lazarus H. (geb. 1551, gest. 1624), kaiserl. Geheimrat und Direktor der Bergwerke in allen kaiserl. Erblanden, brachte sein Haus zu großem Ansehen; unter anderm erwarb er 1623 die schles. Herrschaften Beuthen und Oder— berg. — Von seinen Söhnen wurde Lazarus II. H. (geb. 1573) am 18. Dez. 1636 in den Freiherrenstand, dann von Kaiser Ferdinand III. 29. Juli 1651 in den Reichsgrafenstand erhoben. Er hinterließ bei seinem 1664 erfolgten Tode drei Söhne, von denen der älteste, Graf Elias H. (geb. 1603, gest. 1667), Stifter der 1803 erloschenen Oderberger Linie wurde, der zweite, Graf Gabriel H. (geb. 1609), ohne männliche Nachkommen 1666 starb, der dritte, Graf Georg Friedrich H., als Stifter der Beuthenschen Hauptlinie Stammpater der noch jetzt blühenden Linien des Geschlechts wurde. Der Letztgenannte (geb. 26. Aug. 1611, gest. 8. Sept. 1671) erbte den zweiten Anteil der Herrschaft Beuthen, Tarnowitz-Neudeck. — Von seinen beiden Söhnen stiftete der ältere, Graf Leo Ferdinand H. (geb. 1640, gest. 24. Febr. 1699), die sog. mittlere oder kath. Linie zu Beuthen, der jüngere, Graf Karl Maximilian H. (geb. 12. Febr. 1645, gest. 18. Aug. 1720), die jüngere oder evang. Linie auf Tarnowitz und Neudeck. Ein Sohn des Stifters der ältern Linie zu Beuthen, Graf Karl Joseph Erdmann H., geb. 24. Febr. 1688, war bis 1745 preuß. Oberpräsident zu Oppeln, wurde aber von Friedrich II., weil er den Ssterreichern Vorschub geleistet, aller seiner Würden für verlustig erklärt, mußte nach Osterreich flüchten und starb 5. März 1760 zu Odenburg in Ungarn. Gegenwärtiges Haupt dieser Linie, welche in Oberschlesien die Fideikommißherrschaft Beuthen nebst den Herrschaften Siemianowitz, Guretzko, Lassowitz mit Sowitz, in Kärnten die Herrschaften Wolfsberg (360 qkm), St. Leonhard (180 akm), Groß-Reideben und Wiesenau besitzt, ist Graf Karl Hugo Lazarus Anton H., geb. 26. April 1811, welcher 1813 seinem Vater, Grafen Karl Joseph Erdmann H., folgte. Die jüngere oder evang. Linie zu Tarnowitz-Neudeck, gestiftet vom Grafen Karl Maximilian H., zerfiel mit dessen beiden Söhnen abermals in zwei noch gegenwärtig blühende Zweige. — Der ältere Sohn, Graf Leo Maximilian H., (geb. 1. März 1691, gest. 25. Aug. 1770), begründete den ältern oder sächs. Zweig der Tarnowitzer Linie. Er war der Vater des Grafen Victor Amadeus H., geb. 15. Sept. 1727, der sich namentlich während des Siebenjährigen Kriegs auszeichnete und zu den kenntnisreichsten Offizieren der preuß. Armee gehörte, weshalb ihn Friedrich II. auch auswählte, um dem Feldzuge der Russen gegen die Türken 1769 beizuwohnen. Als 1790 Preußen an der litauischen Grenze ein Armeekorps aufstellte, erhielt H. den Oberbefehl. Sein Militärischer Nachlaß v (2 Bde., Zerbst w1847—49) wurde von Zabeler herausgegeben. Er starb 31. Jan. 1793 als preuß. Generallieutenant. — Sein Enkel, Graf Lero Amadeus Maximilian H., geb. 8. Jan. 1829 zu Merseburg, Oberschloßhauptmann zu Weimar, ist das gegenwärtige Haupt des ältern Zweigs der Tarnowitzer Linie. Derselbe veröffentlichte Briefe der Brüder Friedrichs d. Gr. an meine Großelterno (Berl. 1877). — An der Spitze des jüngern oder schles. Zweigs steht Graf Guido H., geb. 10. Aug. 1830, freier Standesherr auf Oberbeuthen und erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses. „Hendeêka (grch., celfo), im alten Athen eine eigentlich nur aus zehn durchs Los ernannten Mitgliedern bestehende Behörde, denen aber der an den Geschäften mitbeteiligte Schreiber zugezählt wurde. Die Behörde der «Elfmänner» hatte die i Aufsicht über die Gefängnisse und über die Vollziehung der Strafen an den Verbrechern und besaß Strafgewalt über die auf frischer That ertappten Verbrecher.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 105Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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