Guachäro oder Fettvogel, Steatornis cari⸗- pensis von Humboldt genannt, eine dem südamerik. Festlande und einigen westind. Inseln eigentümlich angehörige Vogelgattung, ist von der Größe einer gewöhnlichen Henne und bildet ein merkwürdiges Beispiel eines Nachtvogels, der sich von Früchten und hartem Gesäme nährt, obgleich die Bildung des Schnabels, der Füße und des Gefieders, sowie der leichte, unhörbare Flug ihn in die unmittelbare Nähe der insektenfressenden Nachtschwalben oder Ziegenmelker stellt. (Hierzu Abbildung auf Tafel: Langhänder, Fig. 3.) Der G. scheut das Tageslicht und findet sich unter der natürlichen Brücke von Pandi im SW. von Bogotä in Columbia und in den Höhlen von Guadeloupe und Trinidad, in unglaublicher Menge aber besonders in der dunkeln, nach ihm benannten Guacharolhöhle im Thale von Caripe im OSdO. von Cumanä in Venezuela. Das Eingangsthor dieser merkwürdigen Felsgrotte, 22 m hoch, erhält durch den majestätischen Pflanzenwuchs des tropischen Landes einen ganz eigentümlichen Charakter. Im Innern nisten an der Decke in der 2— von 15—20 m Tausende von G., welche die Höhle nur bei Anbruch der Nacht, besonders bei Mondschein, verlassen, um besonders die fleischigen Früchte der Necandrapalme zu suchen, deren harte Kerne später durch den Mund ausgespien werden. Über alle Vorstellung geht der Lärm, den die Vögel, zumal wenn sie vom Fackelschein der Eindringenden erschreckt werden, in dem finstern Teile der Grotte machen und der, von den Felswänden zurückgeworfen, im Grunde derselben widerhallt. Jährlich um Johannis stoßen die Indianer mit Stangen den größten Teil der Nester herab und töten die Vögel zu Tausenden. Die zu Boden fallenden, wahre Fettklumpen bildenden das Br werden sogleich ausgeweidet. Man schmilzt das Brustfett aus und verbraucht es allgemein statt des Ols und der Butter zum Brennen und Essen.