Guadiäna (arab. Wadi-Ana, d. h. Fluß Ana), der Anas der Alten, einer der fünf Hauptströme Spaniens, entspringt aus dem Abflusse der Lagunas de Ruidera, einer . 0 von 13 sumpfigen Lachen auf dem Campo de Montiel, 33 km nordwestlich von Alcaräz, in der Provinz Ciudad Real (La Mancha). Der diesen Lachen entquellende Bach, G. Alto, verliert sich nach kurzem, gegen NW. gerichteten Laufe in einer weiten, mit Schilf und Binsen bedeckten Sumpfebene, wo im Sommer häufig auch der viel längere, von O. kommende Zäncara (200 km) verschwindet. Etwa 35 km südwestlich von dieser Gegend, zwischen Billarta und Daimiel, brechen mehrere starke Quellen mit Ungestüm aus dem ganz ebenen Tertiärboden hervor, die eine Anzahl großer, unter sich zusammenhängender Teiche bilden. Diese Teiche nennt das Volk Los Ojos del G. (die Augen des G.) und betrachtet die starke, ihnen entströmende Wasserader, G. Bajo, als den wiedergeborenen G. Dieser fließt nun mit vielen Krümmungen in einer öden Mulde zuerst auf der Hochebene La Mancha gegen W., dann gegen NW. nach Estremadura und in dieser Landschaft gegen WSW. bis Badajoz, dann teils auf der Grenze, teils innerhalb Portugals (125 Km) fast in südl. Richtung. Unterhalb Serpa tritt er in ein immer enger und wilder werdendes Durchbruchsthal der westl. Fortsetzung der Sierra Morena, bildet hier den niedrigen Katarakt des Salto do Lobo (Wolfssprung), strömt dann breit und ruhig in einem von hohen grünen Bergen eingeschlossenen Thale über Meértola, wo die Schiffbarkeit (65 Kmeweit) beginnt, und Alcoutim, wo das Thal weit und sehr anmutig zu werden anfängt. Etwa 32 km weiter südlich fällt der nunmehr sehr ansehnliche, zuletzt über 600 m breite Strom zwischen Ayamonte und Villa real de Säo-Antonio in den Golf von Cadiz. Seine weite Mündung ist durch Sandinseln in mehrere Eingänge geteilt, von denen der mittlere, die Barra de Canela, auch zur Ebbe noch 4½ mTiefe besitzt und lich ist; bei Villa real hat der G. bis 12 mTiefe. Der G. ist unter den fünf Hauptflüssen Spaniens der schmalste, wasserärmste und versandetste. Bis Moöura in Portugal ist seine Wassermasse nur während des Spätherbstes und Frühlings bedeutend, im Sommer schrumpft dieselbe fast ganz zusammen. Seine Länge beträgt 509 km, sein Flußgebiet 65519 gkm. Bedeutende Nebenflüsse, besonders rechts, fehlen ihm. Die wichtigsten sind rechts der Zäncara oder Giguéla, welcher als der eigentliche Quellfluß des G. zu betrachten ist; links der Jabalon, der Zujar, der reißende Ardila, der einzige Jufluß des G., der das ganze Jahr hindurch wasserreich ist, und der Chanza auf der Grenze von Portugal. Die Mündung des G. ist namentlich auf der span. Seite mit großen Sümpfen eingefaßt, die sich ostwärts an der Küste entlang fast ununterbrochen bis an den Kanal von Huelva erstrecken.