Gummiwarenfabrikation, die Herstellung von technischen und andern Gebrauchsartikeln aus Guttapercha, Gummi elasticum (Kautschuk), Balata u. s. w. Die Guttapercha findet verschiedenartige, jedoch beschränkte Anwendung, und es bestehen daher nur wenige Fabriken, welche dieses Material ausschließlich verarbeiten. Als Vorbereitung der Guttapercha zur weitern Verarbeitung genügt die Reinigung, zu welchem Zweck die Klötze oder Brote zerhackt, resp. zerschnitten und in heißem Wasser oder in entsprechenden Alkalien von den anhaftenden fremden Stoffen befreit werden, worauf die so gereinigte Masse geknetet und schließlich gewalzt wird. Man erzeugt aus Guttapercha sog. Guttaperchapapier, Treibriemen für Maschinen, Reitpeitschen, Kegelkugeln, Stockknöpfe, Röhren, Geschirre aller Art (Salzsäurebehälter, Säurenlöffel u. s. w.), auch Zahnplomben, und benutzt sie außerdem zur Abformung plastischer Gegenstände, sowie zum Überzug unterirdischer und unterseeischer Kabel. In manchen Fällen mischt man die gereinigte und erweichte Guttapercha mit Schwefelblüte (bis zu 25 Proz.),/ setzt die aus dieser Mischung geformten Gegenstände einer aus und gewinnt so hornartige Fabrikate, die ih⸗ Fig. 1. Rohgummiwalzwerk: A. Vor rem Aussehen nach den aus Kautschuk erzeugten ähnlich, aber viel spröder als diese sind. Weit verbreiteter als die Verwendung der Guttapercha zu Gummiwaren ist die des Kautschuks. Das in den verschiedensten Formen im Handel vorkommende Kautschuk, vielfach auch Rohgummi enannt, wird zuerst auf einem horizontalen alzwerk (s. vorstehende Fig. 1) unter stetem Zufluß von Wasser, welches aus einem quer über das Walzwerk geführten, durchbohrten Rohr strömt, ausgewaschen, wodurch der dem Kautschuk anhaftende Schmutz und Sand entfernt wird. Durch längeres Bearbeiten des Rohmaterials zwischen den beiden Walzen wund wi erhält man das reine Gummi in sehr dünnen, durchsichtigen und mit Knoten übersäeten Platten, die in den Gummiwarenfabriken als Feller bezeichnet werden. Die Felle werden alsdann in freier Luft getrocknet, da von den bisher versuchsweise eingeführten Methoden zur Erzielung einer schnellern Trocknung keine von Erfolg begleitet gewesen ist. Nachdem alles in den Fellen enthaltene Wasser verdunstet ist, kommen dieselben in den sog. Wolf, einen gußeisernen Cylinder, in welchem sich eine mit Zähnen besetzte Welle dreht. Der Wolf zerreißt die einzelnen Fasern des Gummis und entfernt dabei die den Fellen anhaftenden Knoten. Sobald die Felle im Wolf zu einer homogenen Masse verarbeitet sind, kommt diese zwischen zwei durch Dampf erwärmte horizontale Walzen und erhält durch längeres Walzen das Aussehen einer dunkeln Tuchmasse. Ist auf diese Weise das Gummi gründlich durchgearbeitet, so werden demselben die nötigen Beimengungen, die, den mannigfachen Zwecken entsprechend, zu welchen das Gummi verwendet wird, sehr verschiedenartig sind, hauptsächlich aber in Schwefel und Kreide bestehen, zugesetzt und auf dem, wie umstehende Fig. 2 zeigt, mit vier Walzen wW, w., Wa und wa versehenen Walzwerk nermicht, Soll das Gummi eine andere Färbung als das hierbei entstehende Hellgrau erhalten, so wird gleichzeitig der betreffende Farbstoff zugesetzt. Sobald die Zuthaten mit dem Gummi innig vermischt sind, wird die Masse zwischen zwei übereinander liegenden Walzen desselben Walzwerks (Fig. 2) in Platten gezogen. Der Abstand der obern Walzen voneinander läßt sich mit Hilfe der Schnecken, welche auf der ein Handrad tragenden Welle a sitzen und in die Schneckenräder r und ri greifen, regulieren. 'rderansicht. B. Seitenansicht. Um die oberste Walze einseitig zu Klauen rückt man die auf der Welle a angebrachte Klauenkuppelung 2 aus. Werden starke Platten gebraucht, so legt man mehrere dünne Platten übereinander und reßt dieselben zusammen, wodurch, wenn die Flachen völlig rein von Fett und Schmutz gehalten sind, eine innige Verbindung der einzelnen Platten miteinander stattfindet. Soll das Gummi in Platten verbraucht werden, so werden dieselben entweder vulkanisiert oder hornisiert. Indem nämlich das mit Schwefel imprägnierte Kautschuk einer Rte Temperatur ausgesetzt wird, entsteht ein aterial, dessen Eigenschaften von denen des reinen Kautschuks wesentlich abweichen. Je nach der Menge des zugesetzten Schwefels und der Dauer der Erhitzung sind die gewonnenen Produkte verschieden. Bei wenig Schwefelzusatz und kurzer Erhitzung entsteht das vulkanisierte Kautschuk, Stücke von beliel denen durch Zuso nen Ränder die stellt werden köm Sehr einfach i spielzeug beliebte stehen aus vier zwei Spitzen aus der innern Wan noch weich und elastisch und fest gebracht; durch Gummi vulkani stisch, während dampfende Amm trieben wird. gleichfalls als S ten Ballons her dern nach dem V oder gegossen w. folgender Weise: man die Gumm Chemikalien, we lassenforderlichen Hitze ßgehaltener Scheren und Messer biger Form herausschneiden, aus ammendrücken der frisch geschnitteverschiedensten Gegenstände hergenen. B. Seitenansicht. ist die Fabrikation der als Kinderen Gummibälle. Dieselben beovalen Gummistücken, die je in zlaufen. Zuerst vereinigt man die ansicht. getränktes Gummiidflächen an. Der fertige Ball ist schlotternd und wird nun, um gespannt zu werden, in den Ofen die Hitze des letztern wird das isiert und der Ball somit elaer durch das in der Hitze verioniak so weit als möglich aufge-In ähnlicher Weise werden die pielball dienenden kleinen gefärbrgestellt, nur daß dieselben nicht ndes Ammoniak aufgetrieben, sonzulkanisieren mit Gas gefüllt wer-Tierfiguren wie alle andern hohlen euge können entweder gepreßt derden. Das Pressen geschieht in In die zweiteilige Form bringt niplatten und innerhalb derselben elche bei der zum Vulkanisieren er-Dämpfe, resp. Gase erzeugen, die das nachgiebige Gummi fest gegen die Form pressen, sodaß es die durch die Form dargestellte Gestalt annimmt, welche es nach genügender Vulkanisation dauernd beibehält. Beim Gießen derartiger Artikel wird die flüssige Masse in der Form herumgeschwenkt und der Überschuß ausgegossen, welches Verfahren, der zu erzielenden Wanddicke entsprechend, mehrmals wiederholt wird. Wasserdichte Gewebe stellt man her, indem man beim Auswalzen der Platten dieselben zugleich mit einem Gewebe durch die erhitzten Walzen gehen läßt, wodurch das Gummi fest in das Gewebe eingedrückt wird. Einen sehr wichtigen Industriezweig stellt die Erzeugung der uhe dar, bei welcher für jede Größe ein besonderer Lei⸗ — vorhann sein muß, über den die einzelnen, nach Schablonen zugeschnittenen Stücke gelegt werden, worauf man sie durch überfalzen der zusam⸗ Fig. 4. Gummischlauchmaschiner 4 menstoßenden Ränder verbindet. Bom muß der Schuh samt dem Leisten in den Brennofen eingebracht werden, da vor dem Vulkanisieren die Gummiteile noch nicht andein genug sind, um, ohne zu zerreißen, vom Leisten entfernt werden zu können. Die in chem. Laboratorien vielfach gebrauchten Gummiröhren werden durch Vereinigung der Schnittränder entsprechend breiter Gum mistrei106 über einem runden Dorn erzielt. Dorn und ohr werden in den Brennofen gebracht, worauf sich nach erfolgter Vulkanisation das Rohr leicht von dem Dorn abziehen läßt.