FeedHachette (Louis Christophe Frangois)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Hachette (Louis Christophe Frangois), hervorragender franz. Verleger, geb. 5. Mai 1800 zu Rethel in den Ardennen, besuchte die höhere Normalschule, widmete sich dann einige Tala dem Unterricht und gründete 1826 eine Verlagsbuchhandlung in Paris. Er begann seine geschäftliche Thätigkeit mit der Herausgabe von Schulbüchern sowohl für den Elementar⸗ wie für den höhern Untericht und erzielte hiermit namhafte Erfolge. Unter an erschien bei ihm eine Sammlung von franz., iech. und lat. Klassikern, welche mit Kommentaren von den berühmtesten Gelehrten versehen wurden. Ju J. 1830 beteiligte sich H. als Kämpfer bei der ulirevolution; auch war er 1848 bei der Gründung des Comptoir d'Escompte in Paris beteiligt. Die beiden Schwiegersöhne H.s, Louis Antoine Bréton und Emile Templier, traten 1844 und 1848 als Teilhaber ein, später auch die Söhne Alsred und Georges H. (geb. 28. Febr. 1838), welche das Geschäft nach dem 31. Juli 1864 erfolgten Tode H.s unter der Firma Hachette u. TComp. fortführten. Der Verlagskatalog weist eine große Mannigfaltigkeit auf; zu den bekanntesten Unternehmungen gehören die „Bibliothèque des chemins de fero, die Bibliothèque variéeb, welche Werke von Guizot, Lamartine, Victor Hugo, George Sand u. a. enthält; eine Ausgabe der franz. Klassiter unter dem Titel „Les grands écrivains de la France v, La Revue de Pinstruction publiques, Le Manuel de l'instruction publiques, ferner die unter dem Titel 4Guides Joannep bekannte Sammlung von Reisehandbüchern u. a. Die typographischen Leistungen treten besonders in den Prachtausgaben der Evangelien, des Dante, des „Don Quixotes und der Lafontaineschen Fabeln mit den Illustrationen von Doré hervor. Große Verbreitung hat auch das 1855 in Verbindung mit M. C. wetcke⸗ begründete Journal pour touso gefunden, welches später in den Besitz des letztern allein überging. Nach dem Tode Alfred H.s und Louis Antoine Bretons (gest. 19. Aug. 1883) sind gegenwärtig die Besitzer des Geschäfts: Georges H., Emile und Armand Templier, Guillaume Bréton und René Fouret.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 686Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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