Habsucht nennt man diejenige Leidenschaft, in welcher das Streben nach Besitz, besonders nach Geldbesitz, eine derartig bestimmende Gewalt unter den Motiven des Menschen erlangt hat, daß einerseits alle andern Rücksichten davon zurückgedrängt und alle Mittel zur Erreichung jenes Ziels angewendet werden, andererseits der Besitz lediglich als solcher und um seiner selbst willen, nicht zu andern, wertvollern Zwecken erstrebt wird. H. ist deshalb häufig, aber nicht notwendig mit Geiz (s. d.) verbunden; denn es zeigt sich oft, daß der Habsüchtige, gerade weil er den Besitz nicht als ein vernünftig zu verwendendes Mittel für höhere Zwecke zu schätzen weiß, unter Umständen, wenn irgendein lebhaftes Gelüst in ihm auftaucht, zur sinnlosesten Verschwendung sich hinreißen läßt.