Hahn (C. Hugo), verdienter Missionar, geb. 18. Okt. 1818 auf Vegesaksholm, einem alten, seiner Familie gehörenden Gute auf einer Insel der Düna bei Riga, trat 1829 in das Missionshaus zu Barmen ein, besuchte für einige Zeit die Universität Bonn und wurde 1841 von der barmer Mission nach der Kapstadt gesandt. Nachdem H. bis zum Okt. 1844 in Windhoek oder Eikhams, dem Sitze des berüchtigten Namaquahäuptlings Jonker Afrikaander im nördl. Großnamaqualande, thätig gewesen, ließ er sich unter den Ovahererod oder Cattle-Dämaras nieder, welchen er in der Station Neubarmen oder Otjikango einen Konzentrationspunkt schuf. Während des J. 1854—55 verweilte H. in Europa und benutzte diese Gelegenheit zur Beendigung seiner 1858 erschienenen Grammatik und seines Wörterbuchs der Hereroösprache. Nach Afrika 1855 zurückgekehrt, unternahm er 1857 eine Forschungsreise zu den nördl. Ovambostämmen, wurde jedoch bald zur Umkehr gezwungen. Nachdem er 1861 nochmals Europa besucht hatte, wo er seine übersetzung eines großen Teils der Bibel, sowie einiger anderer Schriften in der Hererösprache zum Druck beförderte, gründete er die Missionsstation Otjimbingué, welche der Mittelpunkt für die Hererb geworden ist. Im J. 1866 veranlaßte ihn der Wunsch des Königs Tiikongo in Ondonga, daß bei ihm eine Mission errichtet werde, nach Otjimbingue zu gehen, von wo aus er den Cunene erreichte. H. durchreiste 1871 abermals das Land der Hererb, kam 1874 auf kurze Zeit nach Deutschland und kehrte dann nach Südafrika zurück.