Haifische oder Haie (Squalidae) bilden mit den Rochen (s. d.) zusammen eine Unterordnung der Knorpelfische, die Plagiostomen oder Quermäuler. Oft gewaltige Dimensionen und sonderbare Gestalten zeigend, haben sie einen spindelförmigen Körper, eine unsymmetrische Schwanzflosse mit größerm untern Lappen (der Schwanz ist heterocerk), meist zwei oft vorn mit Stacheln versehene Rückenflossen, eine spitze Schnauze, an deren Ende oben die Nasenlöcher, öfter auch Spritzlöcher, liegen und unten das quere, meist mit einem furchtbaren, in mehrern Reihen angeordneten Gebiß versehene Maul sich befindet. An der Seite des Halses sind mehrere Kiemenspalten. Die Haut ist schuppenlos, aber durch Spitzen, Stacheln und Knötchen rauh und findet etrocknet als echter Chagrin vielfach technische Verwendung; die Augen haben freie Lider. Der Schädel besteht aus einer einzigen Knorpelkapsel; das Rückgrat hat gesonderte, aber nur zum Teil verkalkte Wirbelkörper; das übrige Skelet ist knorpelig. Die meisten Arten legen Eier mit platten, eckigen Hornschalen, die fadenförmige Anhänge besitzen und als Seemäuse bekannt sind; andere bringen lebende Junge zur Welt, die bei manchen (z. B. beim glatten Hai des Aristoteles, Mustela laevis) während ihrer Entwickelung mit der Mutter, ähnlich wie bei den Säugetieren, durch eine Art Mutterkuchen verbunden sind. Die H. sind ausschließlich fleischfressende, furchtbare, auch dem Menschen gefährliche Geschöpfe; von den größten Arten sind manche mit kleinen Zähnen harmlos und nähren sich von Fischen und niedern Tieren. Sie sind in den tropischen Meeren sehr zahlreich, werden nach den Polen hin seltener und nur ein paar der zahlreichen (140) Arten überschreiten den nördlichen Polarkreis; einige steigen weit in große Flüsse, wie in den Tigris und Ganges, hinauf. In Japan und China werden H. gegessen und aus ihren Flossen, die einen bedeutenden Handelsartikel bilden, Leim bereitet. In nördl. Meeren stellt man ihnen wegen ihrer einen guten Thran enthaltenden Lebern nach. Besonders gefährlich ist der Menschenhai (Carcharius glaucus, bis 7 melang) und der fürchterliche bis 12 m lang werdende Carcharodon Rondeletii mit Zähnen von 5,7 em Länge; beide auch im Mittelmeer vorhanden. Der bis 13 m lang vorkommende Riesenhai (Selache maxima) ist ein mehr harmloser Bewohner nördl. Gewässer. Weiter gehören Hundshai, Katzenhai, Dorn- und Hammerhai in diese, Fossle Reste in acht Familien geteilte Fischordnung. ossile Reste, Flossenstacheln (sog. Ichthyodorulithen), Zähnelvom Volke versteinerte Schlangenzungen genannt) u. s. w. sind häufig in der Kreide und im Tertiär; ältere Reste, besonders aus dem Silur und Devon, sind zweifelhaft. über die Systematik der Haie schrieben Joh. Müller und Henle, über die Anatomie und Entwickelungsgeschichte gleichfalls Joh. Müller und neuerlich Balfour.