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ErdkundeBrockhaus 1882

Hainichen, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Döbeln, an der Linie Chemnitz-Roßwein der Sächsischen Staatsbahn und der Kleinen Striegis, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine Webschule, einen schönen Park, einige Leder⸗ und Cigarrenfabriken, mehrere Gerbereien und bedeutende Flanellfabriken und zählt (1880) 8497 fast ausschließlich prot. E. H. kann als der Hauptsitz der deutschen Flanellfabrikation bezeichnet werden. Stadt und Umgegend besitzen 22 Spinnereien mit 150 Streichgarn-Assortimenten, außerdem werden bedeutende Quantitäten Woll⸗(Streich- und Kamm⸗) und Baumwollgarne von auswärts eingeführt und alle hier gesponnenen und fremden Garne auf etwa 2500 Webstühlen (darunter 3—400 mechanische) verwebt. Es werden jährlich gegen 35000 Ctr. rohe Schafwolle verarbeitet und 200000 Stück Webwaren (Flanelle in vorzüglicher Qualität und Konfektionsstoffe) im Werte von mehr als 12 Mill. Mark gefertigt, die nach allen Weltteilen versandt werden. H. ist die Geburtsstadt Chr. Fürchtegott Gellerts (geb. 4. Juli 1715), dem 1865 auf dem Marktplatze der Stadt ein bronzenes Standbild errichtet ward.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 715Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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