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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Glauchau, Fabrilstadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, liegt 11 km nördlich von Zwickau und 27 km westlich von Chemnitz, an der Zwickauer Mulde und an den Linien Gößnitz-Chemnitz und G.⸗Wurzen der Sächsischen Staatsbahn, ist Sitz einer königl. Amtshauptmannschaft, eines Amtsgerichts mit Handelsgericht und der Gesamtbehörden des Hauses Schönburg (s. d.), ferner einer Superintendentur für den vorder⸗ und hinterglauchauer Bezirk. Die Stadt hatte 1834 nur 6292 E.; 1858 war die Zahl auf 14357 und 1875 auf 21 743 angewachsen, 1880 jedoch auf 21358 zurückgegangen. G. ist für die Fabrikation von wollenen und halbwollenen Stoffen einer der wichtigsten Plätze von ganz Deutschland. Obschon in der Stadt selbst gegen 3000 Handwebstühle und in fünf Fabrilen an 1000 mechan. Stühle gehen, genügen diese doch nicht den Aufträgen, welche die zahlreichen Firmen zu realisieren haben, sodaß noch eine bedeutende Anzahl von auswärtigen Webern für G. arbeiten. In Verbindung mit der Webindustrie bestehen zahlreiche und zum Teil großartige Färbereien, Appreturanstalten, Druckereien, eine große neeielen eine Zwirnerei und Spinnereien. Auch bestehen großartige Mühlenetablissements. G. hat guteingerichtete Volksschulen, eine höhere Webschule, eine Realschule, ein Waisenhaus, ein Stadtkrankenhaus, eine Kinderbewahranstalt und eine Wasserleitung. Von histor. Merkwürdigkeiten sind nur zu nennen das umfangreiche Schloß, dessen hinterer Teil in mehrern Baufragmenten auf das 12. Jahrh. hinweist, und die Gottesackerkirche, in welche mehreres Altertümliche aus dem ehemaligen Nikolaikloster gebracht worden ist. Die eigentliche Stadtkirche, in Kreuzesform, 1104 erbaut, wurde 1712 in Asche gelegt, sodaß nur ein Teil von dem alten Bau stehen blieb. In G. wurde 1494 der berühmte Mineralog Agricola (s. d.) geboren. Vgl. Eckardt, Chronik von G. (Glauchau 1882). Glankodot, ein rhombisches, dem Arsenkies sehr ähnlich krystallisierendes Mineral von dunkel zinnweißer Farbe, welches chemisch dieselbe Substanz darstellt, wie sie in den eisenreichern Glanzkobalten regulär krystallisiert, weshalb denn diese Substanz dimorph ist; findet sich bei Häkansbo in Schweden sowie in Chile. laukom (grch.), s. unter Star.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 98Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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