FeedHakodate
ErdkundeBrockhaus 1882

Hakodate, Freihafen auf der zu Japan gehörenden Insel Jezo oder Jesso, an der Jezo von Nipon trennenden Sangar⸗, Tsugaru⸗ oder Tsukarstraße. Die Stadt liegt an einer von einer Gebirgskette eingeschlossenen, nach ihr benannten, überaus fischreichen Bai und verdankt dieser Lage einen vollkommen sichern und von O. wie von W. leicht zugänglichen Hafen, der 200 Schiffe aufnehmen kann. H. zählt (1881) 22008 E., worunter ungefähr 50 Europäer und Nordamerikaner. Eine wohlunterhaltene Landstraße verbindet H. mit Matsumaje, dem an dem westl. Eingange in die Sangarstraße gelegenen Hauptorte der Insel und zugleich dem Sitze des japan. Gouverneurs derselben. Durch den Vertrag von 1854 den Nordamerikanern, durch den von Jedo 1858 den Handelsschiffen aller fremden Nationen geöffnet, ist H. Sitz der Konsuln Nordamerikas, Rußlands, Englands, Frankreichs, der Niederlande, Dänemarks und der Schweiz. Der Handel gelangte jedoch daselbst noch zu keiner besondern Bedeutung; 188² liefen 46 Schiffe von 19240 t ein. Von Wichtigkeit ist H. seines vorzüglichen Hafens und milden Klimas wegen, hauptsächlich für die Russen als Winterstation ihrer Schiffe. Sie haben daselbst ein Hospital, eine große Eisenschmiede sowie Lagerhäuser 210 Der und halten hier auch einen Agenten, der für die Verproviantierung der Schiffe Sorge trägt. Auch wird der Platz von Walfischfängern besucht, die hier Proviant einnehmen. In der Nachbarschaft liegen berühmte Schwefelquellen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 719Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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