FeedHalkett (Sir Hugh, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Halkett (Sir Hugh, Freiherr von), hannov. General der Infanterie, geb. 30. Aug. 1783 in Musselburgh bei Edinburgh, trat 1798 in die schott. Brigade ein, war bis 1801 in Indien, wurde 1803 Kapitän in der königl. Deutschen Legion und nahm im Nov. 1805 als Major an der Expedition des Lord Catheart an der Elbe teil. Im Mai 1807 ong H. mit dem für Schweden bestimmten Hilfsorps nach Rügen, nahm im August an der Expedition gegen Kopenhagen teil und wurde im Juli 1808 von Gothenburg aus unter John Moore nach Portugal geschickt. Beim Einmarsch in Spanien war H. mit bei der Vorhut, welche dann (unter General Alten) Moores Rückzug deckte, bis der Sieg bei Coruna die Einschiffung in Vigo ermöglichte. Die leichte Brigade Alten, in welcher H. stand, gin 1809 mit der Expedition unter Lord Chatham na der Insel Walcheren und wurde 1810 abermals nach Spanien gesandt, wo sie zu der Armee unter Beresford stieß. Am 22. Sept. 1812 zum Oberstlieutenant befördert, wurde ihm das Kommando einer Brigade in Deutschland neuformierter hannov. Truppen unter General Wallmoden übertragen, mit welcher er in dem Gefechte an der Göhrde 16. Sept. 1813 wesentlich zur Entscheidung beitrug und später bei Sehstedt 10. Dez. gegen die Dänen kämpfte. Nach dem Frieden von Kiel und der Auflösung des Wallmodenschen Korps stieß H.s Brigade zum Heere Bennigsens, das Hamburg bis zur Kapitulation 1814 einschloß. H. formierte dann, März 1814 zum Obersten in der hannov. Armee befördert, eine Landwehrbrigade von vier Bataitlonen, an deren Spitze er 1815 bei Waterloo focht, wo er den General Cambronne gefangen nahm. Nach dem zweiten Pariser Frieden blieb H. mit seiner Brigade bis 1818 bei der Besatzungsarmee in Frankreich zurück, wo er zum Generalmajor ernannt wurde. H. wurde 1834 zum Generallieutenant ernannt und kommandierte 1848 die Hilfstruppen des 10. Armeekorps in den Elbherzogtümern. Er schlug 24. April 1848 die Dänen bei Sversee und wurde noch in demselben Jahre zum General der Infanterie befördert, nach dem Feldzuge zum Inspecteur der hannov. Infanterie ernannt, erblindete jedoch 1858 und trat deshalb in den Ruhestand. Am Jahrestage der Schlacht von Waterloo wurde H. 1862 in den erblichen hannov. Freiherrenstand erhoben. Er starb26. Juli 1863 zu Hannover. Vgl. von dem Knesebeck, Leben des Freiherrn Hugh von H.v (Stuttg. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 729Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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