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ErdkundeBrockhaus 1882

Hallstatt, Marktflecken des Salzkammerguts in Oberösterreich, in der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, 506 müber dem Meere, westlich an dem von der Traun durchflossenen Hallstätter See, der, von 2000 m hohen Bergen umschlossen, einen ebenso düstern als großartigen Anblick gewährt, und am Fuße des 8,6 àkm großen, 135 m tiefen Hallstätter Salzbergs gelegen, über den man zu dem 1952 m hohen Plassenstein gelangt. Der Ort ist der Sitz einer Salinenverwaltung und hat ohne die damit vereinigten Katastralgemeinden (1880) 740, mit diesen 1505 C., zwei kath. Kirchen, unter welchen die alte Pfarrkirche einen altertümlichen Schnitz⸗ und Bilderaltar enthält, eine evang. Pfarrkirche und eine Fachschule für Holzschnitzerei. Bei der Schmalheit des Uferrandes sind die Häuser amphitheatralisch an dem Berge hinangebaut und statt der Straßen durch Treppen verbunden. Mitten im Orte bildet der Mühlbach einen kleinen Wasserfall. Die Sole des Salzbergs, dessen Stollenmundloch 1120 muhoch liegt, wird großenteils nach Ischl und Langbath geleitet, obwohl in H. selbst ein Sudhaus besteht. Altertümer aus röm. und vorröm. Zeit wurden schon früher bei H. aufgefunden; eine Spezialität ist das in der Nähe des Rudolfsturms aufgedeckte große Gräberfeld durch den Reichtum und die Mannigfaltigkeit der Fundobjekte. Bemerkenswert sind am Rande des Sees der Hirschbrunnen und der Kessel, zwei Wasserbehälter, die sich bei eintretender Schneeschmelze auf den Alpen plötzlich 10 bez ferner 5 km von H. die größten Wasserfälle des Salzkammerguts, der 100 mehohe Waldbachstrub und der fast gleich Rart Schleierfall, weiter im Süden des Sees das arlseisfeld an der kolossalen Bergmasse des Dachsteins und Thorsteins.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 739Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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