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ErdkundeBrockhaus 1882

Gosau, Hochthal und Dorfgemeinde nördlich von Hallstatt im österr. Salzkammergute (Bezirkshauptmannschaft Gmunden), durch seine Lage wie durch seine Bewohner merkwürdig, welche letztere im Gegensatz zu dem durch eine Vergkette geschiedenen Hallstatt einem gesunden, schönen Menschenschlage angehören und sich durch Gemeinsinn und Unternehmungsgeist einen wohlbegründeten Ruf erworben haben. Die G. ist ein von Fremden häufig besuchtes Hochthal, vom Gosauzwang her, wo die Salinenleitung auf einem hohen Bogen über das Thal geführt ist, bis zu seiner höchsten Stelle (758 m) 16 Kmelang, und enthält an dieser bedeutend ausgebuchteten Stelle die meisten Häuser, im ganzen 343 mit (1881) 1158 zum größten Teil prot. Bewohnern. Viehzucht und Ackerbau, soweit diesen das Gebirge zuläßt, Holzfällen und Arbeit in den Salinen und Steinbrüchen sind ihr Erwerb. Südlich vom Dorfe, in der Entfernung von 5 km, liegt der Vordere Gosausee, wegen der herrlichen Ansicht des Dachsteingletschers häufig besucht; noch 3,5 Em südöstlich thalauf liegt der kleine Hintere Gosausee. Noördlich führt eine für leichtes Fuhrwerk fahrbare Straße über die Paßhöhe Gschütt ins Salzburgische nach Abtenau und Golling. Von G. aus wird am leichtesten die Zwiselalpe bestiegen, die trotz ihrer geringen Höhe (nicht über 1580 m) einer der schönsten Aussichtspunkte des Salzkammerguts ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 212Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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