Ham, Stadt im franz. Depart. Somme, am Flusse Somme, 64 km im OSO. von Amiens undan der Linie Tergnier-Amiens der Nordbahn, von Morästen umgeben, mit (1876) 3122 E., ist ihres festen Schlosses wegen berühmt, welches vor dem 10. Jahrh. gegründet, 1216 von Odon IV. wieder erdaut, im 15. und 17. Jahrh. restauriert und zum Teil neu aufgebaut worden ist und jetzt zum Staatsgefängnis dient. Im Donjon, 33 m hoch, mit 11 medicken Mauern, wurden Johanna d'Arc, Ludwig von Bourbon, der Prinz Condé, Graf Larochefoucault, 1831—36 Karls X. letzte Minister: Polignac, Chantelauze, Peyronnet und Guernon-Ranville, 1840 General Cabrera, 1840—46 Prinz Ludwig Napoleon, 1848 einige der am pariser Juniattentat Beteiligten, sowie die Generale Cavaignac, Kchalten. 6 Lamoricière, Bedeau u. a. in Haft gehalten. Von der zu Anfang des 12. Jahrh. gegründeten oder reorganisierten Abtei steht noch die im 13., 15. und 17. Jahrh. erneuerte Kirche, in deren merkwürdiger Krypta sich auch das Grab von Odon IV. befindet. Die Bewohner treiben Torfgräberei, Zuckerfabrikation, Olfabrikation, Kesselschmiederei, Metallgießerei u. s. w. Der Ort ergab sich 21. Nov. 1870 ohne Widerstand der 3. Kavalleriedivision des deutschen Heeres. Vgl. L. de Feuillide, Le chateau de Ham, son histoire, ses seigneurs et ses prisonnierso (1864).