FeedHandwerksstätten (militärisch)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Handwerksstätten (militärisch), die seitens der Truppenteile etablierten Werkstätten zur Anfertigung der Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke derselben; sie stehen unter Aufsicht von Offizieren und werden von Militärhandwerkern betrieben. Handzeichen, s. Monogramm. SHandzeichnungen heißen alle mit Kreide, Blei- und Rotstift oder mit der Feder ausgeführten Zeichnungen ohne Anwendung von Farben. Sie können entweder abgeschlossene Kunstwerke oder Skizzen und vorläufige Entwürfe sein. Im letztern Falle haben sie, wenn sie von bedeutenden Künstlern herrühren, ein ganz besonderes kunstgeschichtliches Interesse, indem sie die ursprüngliche Intention des Künstlers noch frei von spätern Veränderungen darstellen und so über das allmähliche Werden des Kunstwerks Aufschluß geben. Oft wurde, z. B. in der Blütezeit der ital. Malerei, aus Bequemlichkeit nicht nach dem ausgeführten Gemälde, sondern nach der Handzeichnung in Kupfer gestochen, was bei der Untersuchung über die Geschichte manches Bildes von größter Wichtigkeit ist. en einzelne Künstler hatten die H. auch eine rechtliche Bedeutung, indem sie damit beweisen konnten, welche Bilder von ihnen hatten. so . und was andere daraus entlehnt atten, so z. B. Claude Lorrain, dessen Liber veritatiso alle Bilder, zu welchen er sich bekannte, in Sepiazeichnung enthält. Die H. guter Künstler wurden von jeher eifrig gesammelt und wurden in neuerer Zeit auch in Museen aufgestellt; im Louvre zu Paris und in den Uffizien in Florenz füllen sie eine große Reihe von Sälen. Bedeutende Schätze in diesem Fache enthalten auch die Hofbibliothek und die Albertina in Wien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 812Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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