Goldgrund ist in der Kunst die Bezeichnung für die Goldläche von welcher sich bei Gemälden und Reliefs die Figuren abheben. Mit der sinkenden Kunst des Altertums in der Zeit des röm. Kaisertums und des beginnenden byzant. Reichs wuchs die Schätzung des kostbaren Materials in umgekehrtem Maßstabe. * mehr der ästhetische Wert fiel, um so mehr hob sich die Verwendung von Gold und Edelsteinen. Die Kunst, das Leben, die Dichtungen von den Zeiten der Völkerwanderung an bringen die Wertschätzung des Kroten Goldes » gleicherweise zum Ausdruck. Gefäße, Geräte, Gewänder, alles mußte von Gold glänzen. Aus dieser Richtung der Zeit, die in Byzanz und in der byzant. Kunst ihren Höhepunkt hatte, ist auch die Entstehung und Anwendung des laren Grundes bei Gemälden oder Reliefs zu erklären. Bald waren die gemalten Heiligen, wie nicht ohne den Nimbus, so kaum noch ohne Goldgrund denkbar. Von dem an hielt sich diese Sitte in der Kunst durch das ganze Mittelalter bis an den Ausgang desselben. Sie wurde geübt ebenso in der Miniaturmalerei der Pergamentschriften, wie 2 Tafelbildern und Wandgemälden. Als die Altäre in der got. Epoche im Hochrelief aus Holz geschnitzt wurden, stellte man ihre gefärbten Figuren auch wohl vor einen vergoldeten Grund, wie man dann auch das ganze architektonische und ornamentale Holzwerk der Altäre vergoldete. Die Technik, wie sie im Mittelalter geübt wurde, beschreiben die alten Kunstbücher (Theophilus, Schedula diversarum artiumo; Cennini, Das Buch von der Kunst oder Traktat der Malereio, beide übersetzt von A. Ilg). Man nahm, wenn man irgend den Preis erchwingen konnte, echtes Blattgold, sonst vergoldetes Zinn, nicht aber vergoldetes Silber, welches leicht schwarz wurde; Cennini warnt ausdrücklich davor. Nach Theophilus diente zur bindenden Unterlage geschlagenes Eiklar, auf welches das Blatt geschwind und sicher aufgelegt werden mußte, um nicht verweht zu werden, ein Vorgang, der, wenn nötig, Blatt auf Blatt wiederholt wurde. Dann wurde mit einem Zahn oder Stein das Gold geglättet. Bei größern Flächen wurden die gleichen Muster, wie sie sonst Gewebe und Wände verzierten, in das Gold eingedrückt. Vor der realistischen, nach dem Schein natürlicher Wirklichkeit strebenden Malerei der Renaissance mußte der Goldgrund wieder verschwinden. Das geschah also nach und nach im 15. und 16. Jahrh. n neuerer Zeit hat jedoch die Kirche, wie sie so vielfach wieder in die Kunst des Mittelalters zurückgriff, auch diese Sitte wieder aufgenommen. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn anders das Gold nicht zu hell und gelb in seiner Politur erglänzt, da es ja der Kirche in ihren Heiligenbildern nicht um die realistische Wahrheit zu thun ist.