FeedHansen (Theophilus)
BaukunstBrockhaus 1882

Hansen (Theophilus), namhafter Architekt, geb. zu Kopenhagen 13. Juli 1813, Bruder des Architekten Christian H., welcher die Universität in Athen baute, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt zum Architekten aus und begab sich 1838 nach Griechenland. Außer mit der Restauration des choragischen Monuments des Lysikrates und des Nike-Tempels auf der Akropolis war H. in Athen auch praktisch beschäftigt. Zeugnisse seiner künstlerischen Thatigkeit sind die Sinasche Sternwarte und das Demetriussche Haus am Schloßplatze. Dehral der Revolution von 1843 mußte H. seine ehrerstelle an der technischen Schule in Athen aufgeben; 1846 ließ er sich in Wien nieder, wo er bis 1849 eine größere Anzahl von Privatbauten ausführte. Während der folgenden Jahre leitete er den Bau des Waffenmuseums im Arsenal. Unter den vielen Bauten, die H. in Wien seitdem noch ausführte, sind zu nennen: die griech. Kirche, die prot. Kirche in der Vorstadt Gumpendorf, die Restauration der Fagade des Palais Sina, der Heinrichshof, das Gebäude des Musikvereins, das Palais des Erzherzogs Wilhelm, die Akademie der bildenden Künste, die neue Börse, die prot. Schule und der prot. Friedof, das Palais Epstein, mehrere Privathäuser etc. %½4. sind von H.s Bauten zu erwähnen: eine illa in Traunkirchen, das Schloß Hörnstein, das Invalidenhaus in Lemberg, das Spital in Brünn u. s. w. Von der Regierung aufgefordert, fertigte er auch die Entwürfe zu dem Parlamentsgebäude in Wien, dessen Vollendung 1883 stattfand. Seit 1869 ist H. Oberbaurat und Professor der Architektur an der Akademie der bildenden Künste zu Wien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 833Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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