FeedHaraforas
ErdkundeBrockhaus 1882

Haraforas, Arafuras oder Alfuren (bei den Niederländern Alfders, bei den Portugiesen Alfores, Alforias oder Alfurios, d. i. außerhalb Befindliche, Freie, Wilde), ein Volksstamm auf den Meer⸗ des Indischen Archipels, nach welchem das teer zwischen der Torresstraße, Australien und Timor den Namen Harafora⸗ oder Arafurasee trägt. Die H. treten nur an vereinzelten Stellen auf, wie auf Celebes, den Molukken, auf Mindanäo, nirgends aber auf Borneo und den eigentlichen Sunda-Inseln. Obschon sie mit ihrer rauchbraunen Farbe mancherlei Negerartiges zeigen, gehören sie doch keineswegs zu den Papuas, von denen sie durch WWhaapchnrah und durch ihr schlichtes langes Haupthaar charakteristisch unterschieden sind. Wie vor allem ihre Sprache bekundet, bilden 1 vielmehr ein in geistiger Beziehung, Sitte und Civilisation hinter ihren Verwandten zurückgebliebenes oder auch im Laufe der Jahrhunderte verwildertes Glied des malaiischen Völkerstammes. Auf manchen Inseln hat sich die alfurische Bevölkerung mehr oder weniger mit den Malaien gekreuzt und dadurch einen sehr gemischten Charakter angenommen. Am bekanntesten sind die echten H. auf der nordöstl. Landzunge von Celébes, wo sie in der Minahassa die vorherrschende Bevölkerung bilden und als Ureinwohner gelten. Sie treiben hier Ackerbau, unterhalten für die niederländ. Regierung Kaffeepflanzungen, legen Wege und Brücken an und führen Aeslliche Gebäude auf. Dem Heere liefern sie treffliche Soldaten. Ihre — ist Vielgötterei, doch haben in neuerer Zeit ristl. Rrbetmmr unter ihnen Eingang gefunden. Weniger nt sind die H. auf den molukkischen Inseln Ternate und Amboina, sowie auf Ceram, wo sie Bur eu der Bevölkerung ausseine Bewohner » (Brem. 1865); Niemann, „Bijdragen tot de Kennis der Alfoersche taai in de dem Adel, Militärs und Beamten vorkommend, war entweder ein freiwilliges oder ein befohlenes und fand in beiden Fällen statt, um sich dadurch auf eine ehrenvolle, keine i Abschied von seiner Familie, bekleidete sich mit einem eigens hierfür bestimmten Gewande von zummers Matte und öffnete sich zummers auf eine mit dem Messer, welches sich gegenurch einen Kreuzschnitt den Bauch, sodaß die Eingeweide herausfielen. Freund, mitunter sein alte Sohn, mit einem Säbelhiebe den Kopf ab. In Fällen, wo das H. kein freiwilliges war, wurde der Ort bestimmt, wo, sowie die Personen, in deren Gegenwart die Handlung vor sich gehen, auch wer von letztern dem Delinquenten das Haupt abschlagen sollte. In einem dritten, ungleich seltener vorkommenden Falle vertrat das H. einen Zweikampf mit tödlichem Ausgange für beide Teile. Ward nämlich ein vornehmer Japaner durch seinesgleichen schwer beleidigt und erhielt nicht die gewünschte Genugthuung hierfür, so verrichtete er in Gegenwart des Beleidi-Der und unter Anrufen desselben an sich das H. losigkeit zu entgehen, verpflichtet, gleichfalls das H. an sich zu vollziehen. Harald I. Harfagr, König der Norweger, 863—936, ein Sohn Halfdans des Schwarzen, aus dem Geschlechte der Ynglinger, vereinigte durch Croberung die einzelnen, unter eigenen Stammeshäuptern (Jarle) stehenden Landschaften Norwegens (s. d.) * einem Reiche. Die Sage berichtet, daß die Liebe zur Königstochter Gyda, die nur dann seine Gemahlin werden wollte, wenn er ganz Norwegen sich unterworfen hätte, ihn hierzu bewogen habe. H. schwur, sein Haar nicht eher schneiden zu lassen, als bis er Gydas Forderung erfüllt hätte, und erhielt seiner langen Haare wegen den Beinamen Harfagr, d. h. Schönhaar. ie Stammeshäupter, die sich ihm nicht unterwerfen wollten, wanderten meist nach Island aus. Eine Empörung seiner Söhne nötigte ihn um 923, denselben die Regierung der Provinzen zu überlassen, sich selbst aber mit der Oberhoheit zu begnügen. Seine Residenz war Drontheim, wo er 936 starb, nachdem er 933 seinem Sohne Erik Blodöx, d. h. Blutaxt, die Regierung übergeben hatte, der nach dem Tode H.s unter seinen Brüdern aufräumte, aber bald vertrieben und durch einen Halbbruder, Hakon den Guten, ersetzt wurde (bis 950). Dieser siel im Kampfe gegen die Söhne Eriks.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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