Melanesier ist bei neuern Ethnographen der gemeinschaftliche Name, unter welchem die dunkelfarbigen malaiisch sprechenden Bewohner der austral. Inselwelt zum Unterschiede von den Australnegern (s. d.) oder den Bewohnern des austral. Festlandes und den Papuas Neuguineas, denen sie leiblich nahestehen, zusammengefaßt werden. Dahin gehören die Bewohner von Neucaledonien, den Neuen Hebriden, den Salomonsinseln, von Neubritannien, Neu-⸗Irland, überhaupt von der westl. Gruppe der oceanischen Inselwelt, welche ebendeshalb von neuern Geographen mit dem Namen Melanesien von Polynesien und Mikronesien unterschieden wird. Die M. sind im allgemeinen rötlich-schwarz und haben wollige, büschelförmig stehende Haare; manche tragen eine gewaltige Haarmasse auf dem Haupte. Ihre Lippen sind weniger dick und weniger plattgedrückt als die der Neger, ihr Gesicht flacher und länger als das der letztern, die Nase stark und vorspringend, sodaß öfter ein dem jüdischen Gesichtsausdruck ähnlicher Typus entsteht. Die Stirn ist niedergedrückt, die Augen klein und schwarz, die Backenknochen springen vor, mehr noch die Kinnbacken. Der Scheitel erhöht sich nicht nach hinten, wie bei den afrik. Negern. Sie gehen fast nackt, tätowieren die Schultern und reiben den Kopf mit Ocker ein. Doch zeigen sich in Bezug auf Sitte und Begabung mannigfache Unterschiede zwischen den Bewohnern der einzelnen Archipele und Inseln. Den schönsten und begabtesten Schlag der M. bilden jetzt ie Bewohner der Fidschi-Inseln. Viel Abweichendes sollen die Salomonsinsulaner besitzen. Die Untersuchungen von der Gabelentz' haben ergeben, daß alle melanesischen Sprachen, trotz aller Verschiedenheit im einzelnen, doch einen gemeinsamen Charakter tragen und zusammen eine Familie bilden und in letzter Instanz mit den malaiisch-polynesischen Sprachen zusammenhängen. Vgl. von der Gabelentz, «Die melanesischen Sprachenv (3 Tle., Lpz. 1852). Die M. dürften daher anthropologisch Papuas sein, denen malaiisches Volkstum aufgepfropft wurde. Vgl. Fr. Müller, «Allgemeine Ethnographiey (2. Aufl., Wien 1879). S. auch Malaio-Polynesische Sprachen. Meélange lfrz.), Mischung; Mélanges, Schriften vermischten Inhalts, Miscellen, Vermischtes (in Zeitschriften). [Art Zerkleinerungsmaschine.