Malaiische Rasse nannte Blumenbach den Völkerkomplex, welcher die Sunda-Inseln samt der Halbinsel Malakka und Australien mit den dazugehörenden Inseln bewohnt. Die neuere Forschung hat diese Aufstellung berichtigt, indem sie die Bewohner des austral. Kontinents einerseits und die kraushaarige Bevölkerung Neuguineas und der umliegenden Inseln (Papuas) andererseits davon absonderte und als selbständige Rassentypen hinstellte. Man versteht daher gegenwärtig unter der malaiischen Rasse bloß denjenigen Menschenschlag dieser Gegenden, welcher durch schlichtes Haar und gelblich-braune Hautfarbe charakterisiert ist und ethnologisch-linguistisch eine Einheit bildet. (S. Malaio-Polynesische Sprachen.) Alle zur malaiischen Rasse gehörenden Volksstämme haben einen schlanken, wohlgebauten Körper von mittlerer Höhe (die Frauen sind in der Regel kleiner), zarte Extremitäten, kurzen, breiten Schädel, hervorragende Backenknochen, eine kurze, platte, an der Wurzel breite Nase, große, dunkle, manchmal etwas schief stehende Augen, einen großen Mund, etwas nach vorn gerichtete Zahnreihen, gelblich-braune oder braune Hautfarbe, langes, schwarzes, schlichtes Haupthaar und spärlichen Bartwuchs. Sie stehen durch ihre Schädel- und Gesichtsbildung, sowie auch durch ihre körperlichen Verhältnisse der mongol. Rasse nahe und werden deshalb auch, nach dem Vorgange von Linck, von einzelnen neuern ethnogr. Autoren, wie z. B. von Wallace, Peschel u. a., nicht als eine eigene Rasse, sondern als einer der ältesten Haupt4 der mongol. Rasse angesehen. (Vgl. Mensch.)