FeedHartguß
TechnikBrockhaus 1882

Hartguß, Schalenguß oder Kapselguß ff fonte durcie, fonte en coquille; engl. caseardened castings, chilled work) wird derjenige Eisenguß genannt, welcher durch Eingießen des flüssigen Gußeisens in metallene Formen, sog. Schalenformen oder Coquillen (s. unter Eisengießerei, Bd. V, S. 904), hergestellt wird. Durch die rasche Abkühlung des geschmolzenen Metalls an den Wänden der Form entsteht an der Oberfläche desselben eine Schicht weißen, nahezu glasharten Eisens, die nicht schwächer oder stärker als 10—15 mm, im Bruch nicht scharf abgegrenzt sein, sondern strahlig in die weiche graue Grundmasse übergehen soll. Der H. findet hauptsächlich 5 Weichen Wagenrädern, Walzen, Herzstücken ür Weichen, aber auch zu kleinern Maschinenteilen Verwendung. Das zum H. verwendete Eisen ist ein hellgraues, hartes, etwas geflecktes Roheisen, wie es entweder direkt durch Hohofenbetrieb oder durch Zusammenschmelzen von grauem und weißem Roheisen erhalten wird. Sehr verdient machte sich Hermann Gruson (f. d.) um die Einführung des H. (nach ihm Gruson-Metall genannt) als Material für Projektile und Panzerplatten. (Vgl. Eisengußwaren, Bd. V, S. 907

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 867Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6