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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Eisenguß, m., frz. fonte f. moulée, engl. iron-casting, s. d. Art. Gußeisen. isenhaltig, adj. eisenschüssig,frz. ferrugineux, martial (Min.), heißt ein Fossil, wenn es Eisentheile enthält; dies erkennt man oft schon an der braunen, rothen, gelblichen od. schwärzlichen Farbe desselben. Doch kann diese leicht täuschen; auch sind nicht alle eisenhältigen Fossile reich genug, um sie als Eisenerze behandeln zu können; um dies zu prüfen, unterwirft man sie der Eisenprobe durch Ausschmelzen oder auf nassem Wege. Eisenhammer, w., frz. forge, f., engl. lorge, Hammerwerk (s. d.), wo Roheisen zu Stabeisen geschmiedet wird. Eisenhardt, m. (Min.), an einigen Orten vorgefundener Goldsand, welcher Eisen enthält. Eisenhohofen, m., s. Gußeisen und Hochofen. Eisenholz, m., frz. bois m. de guitarre, bois de fer, sidéroxylon, engl. iron-wood, nennt man eine ganze Anzahl Holzarten, die sich durch ihre Härte auszeichnen. 1. Das echte E. kommt vom Nani-Baume (Medrosideros vera u. M. polymorpha, Fam. Myrtaceae), der auf den Molukken wächst. Das Splintholz ist anfänglich weich, 3 speckartig, das rostfarbene Kernholz dagegen so hart, daß sich nur ganz frisch oder mit Hülfe von heißem Wasser beearbeiten läßt. Zugleich ist es sehr schwer und widersteht sowohl den Einflüssen der Luft wie denen des Wassers. Man benutzt es deshalb in Südasien gern zu Anfertigung von Ankern, Rudern, Stöcken etc. — 2. Das ostindische E. stammt von der Eisen-Mesua (Mesus ferrea, Fam. Clusiaceen), von Chrysophyllum glabrum und mehreren Arten Sideroxylon (Fam. Primulaceae); dasjenige aus Kotschinchina kommt von Baryxylum rufum Lour. (Fam. QOassieae), eine andere Sorte indisches E. (Intsi) von Acacia Intsi, und eine weitere Sorte (Diabula) von der arabischen Akazie (Kcacia arabica). Das javanische E. wird von Cryptocarya ferrea Bl. gewonnen. — 3. Das Sbibliothek Heidelberg E. von Sumatra stammt von der Fagraea peregrina, bei den Eingeborenen Kazuradscha, d. i. Königsholz, gen., da die Benutzung desselben Privilegium der Fürsten daselbst ist. Der Baum heißt bei den Malayen Tembusa u. wächst an Flußufern. — 4. Afrikanische Eisenhölzer; das E. von Madagaskar stammt von Iatsia madagascariensis D. CO. (Fam. Hülsenfrüchtler). Das Kapland liefert Eisenhölzer Yserbout) vom wellenblätterigen delbaum (Olea undulata), von Citbaeroxylon quadrangulare (weißem Eisen⸗ od. Geigenholz) und von Gardenia Rothmanni. Das E. von St. Maurice kommt von Stadtmannia Sideroxylon, dasjenige von Isle de France von Sideroxylon cinereum und Cossigna borbonica (Fam. Sapindaceae). Das E. Westafrika's (Senegambien, Sierra Leone) stammtwon einem Wolfsmilchgewächs, der Oldfieldia africana. — 5. Amerikanische Eisenhölzer. Unter den nach Deutschland eingeführten Sorten ist bes. ein rothbraunes Holz aus Brasilien (Gunamara), ob es aber von Genipa ameéricana, Genipa brasiliensis od. von Ranthoxylon hiemale St. Hil. stammt, ist noch nicht entschieden. — 6. Das antillische E. (Kieselholz) kommt angeblich von mehreren Akazienarten (Kcacia Sideroxylon, guadeloupensis, quadrangularis, mastichodendron u. tenuifolia. Das E. von Guadeloupe stammt von OCeanothus ferreus, jenes von Martinique von Oeano⸗- thus reclinatus und Siderodendron triflorum (Fam. Rubiaceen). Das E. von St. Croix kommt von einem Wegdorn (Khamnus ferreus Vahl.). Das E. von Jamaika wird von Fagara Pterota (Fam. Pteliaceae) gewonnen. — 7. Neuholländisches E., von Melbourne und Vandiemensland, kommt von mehreren Eucalyptusarten (Fam. Myrtengewächse), z. B. Redgumtree, Bluegumtree, Eucaiyptus globulus (Eisen-Veilchenholz) mit veilchenartigem Geruch; E. robusta, ferner von Stadtmannia ferrea, sowie von Acacia melanoxylon. Das neuseeländische E. stammt von Cupania (Stadtmannia australis, Fam. Sapindaceae) ab. — 8. Amboinisches E., s. OCajubessi. 9. Schwarzes E., s. Palmyraholz. — 10. Eisenholz von Cayenne, s. Panacocoholz.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 225Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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