FeedHasenfelle
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Hasenfelle, Hasenbälge, die behaarten Felle des gemeinen Hasen (Lepus timidus), der fast über die ganze Erde verbreitet ist, bilden einen bedeutenden Handelsartikel, hauptsächlich der Haare wegen, die in der Hutmacherei zu feinen Filzhüten verwendet werden, außerdem aber auch wie die Haare des Kaninchens, ungemischt oder gemischt mit Baumwolle oder Flockseide, zur Herstellung eines schönen Garns dienen, das man zu samtartigen Damenstoffen verwebt. Das enthaarte Fell verfällt der Leimsiederei. Die Felle der weißen sibirischen Hasen, die ein für Hutmacherzwecke wenig geeignetes Haar haben, werden meist schwarz gefärbt und zu Pelzwerk (Muffen, Kragen, Besätzen, Futter) verwendet. Man unterscheidet Sommer⸗ und Winterfelle; von den letztern sind die aus den Monaten Dezember und Januar die besten. Diese heißen ganze Felle; albe Felle (zwei gleich ein ganzes) sind die Felle aus dem Herbst und den letzten Wintermonaten; Schwarten (vier gleich ein ganzes) die aus August und September und die sehr zerschossenen. Am besten sind im allgemeinen die Felle aus den nordischen Ländern, besonders Rußland; zunächst sog. Moskauer, dann Ukrainer und Krimmer; daran schließen sich die sächsischen, thüringer, f chlesischen rce.; sehr geschätzt sind auch die levantinischen, besonders aus Smyrna, die türkischen und die rumänischen. In den Handel kommen die H. in Ballen von 500 Stück. Die zu Pelzwerk bestimmten werden in Tafeln zusammengenäht, die Rückenstücke gewöhnlich zu je 24, die Seitenstücke zu je 48 Stück. Das geschnittene Haar der zu Hutmacherzwecken bestimmten H. wird in Rücken⸗, Seiten⸗ und Bauchhaar sortiert, von welchen das Rückenhaar als das wertvollste gilt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 885Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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