FeedHathor oder Athor
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Hathor oder Athor, eine ägypt. Göttin, von den Griechen ihrer Aphrodite verglichen. Sie gehörte der ersten Götterdynastie der Agypter zu und war die Gefährtin des letzten der großen Götter, des Horus. Ihr Name bedeutet hieroglyphisch, wie auch Plutarch angibt, Wohnung des Horus. R war die Kuh heilig; daher sie auch mit einem üuhhaupte oder der Form einer Kuh nicht selten dargestellt wird. Auch in menschlicher Form pflegt sie die Kuhhörner und zwischen ihnen den Sonnendiskus auf dem Haupte zu tragen. (S. Tafel: Agyptische Mythologie, Fig. 12.) Dadurch gleicht sie der Isis, mit der sie überhaupt die größte Verwandtschaft hat und häufig ganz identisch ist. Als solche wird sie dann auch dem Osiris zugesellt und erscheint mit ihm, dem »Stier des Hadeso, als Göttin der Unterwelt. Männer und Frauen gingen nach ägypt. Vorstellung nach dem Tode in das Wesen und die Persönlichkeit des Osiris über, werden selbst Gott Osiris. Später werden die Frauen statt dessen zur H. In griech.⸗röm. Zeit wird vieles von der Liebesgöttin Aphrodite auf die H. der ägypt. Inschriften übertragen; sie verleiht ihrem Verehrer die Eigenschaft, ageliebt zu werden in den Herzen der Männer und in den Herzen der Fraueno; sie selbst wird edas Gold unter den Göttern und das Elektrum (Silbergold) unter den Göttinneno genannt, oder Fürstin des Tanzes und der Freudev. Sie hatte viele Tempel in Agypten, in Theben, in Ombos, in drei Städten, die nach ihr Aphroditopolis genannt wurden, besonders aber in Dendera epanraihv wo ihr Tempel von der berühmten Kleopatra (VI.), nach der Geburt des Cäsarion gegründet, jetzt zu den besterhaltenen des Landes gehört. Ihr war auch die Halbinsel des Sinai, wo seit ältester Zeit reiches Kupfererz gewonnen wurde, geweiht, und sie hieß in den ägypt. Kolonien Herrin des Mafka⸗(Kupfererz⸗) Landes. Nach ihr hieß auch der dritte Monat des ägypt. Jahres H.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 893Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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