Horen erscheinen bei Homer als die Pförtnerinnen des Himmels, dessen Wolkenthor sie öffnen und schließen, und dann als Dienerinnen der Götter, namentlich der Aphrodite. Was die verschiedenen Zeiten des Jahres in ihrer natürlichen und Rastgen Wer 11 und Ordnung, in ihrem regelmäßigen Wechsel bringen, das glaubten die Griechen diesen freundlichen, vielerfreuenden Göttinnen zu verdanken. Wie die Mören und die nahe verwandten Chariten erscheinen die H. regelmäßig in der Dreizahl. Auch in Athen wurden seit alter Zeit drei, nicht, wie Pausanias angibt, zwei H. verehrt: Thallo, nämlich die H. des blütenbringenden Frühlings, Auxo, die H. des Wachstum und Reife befördernden Sommers, und Karpo, die des früchtetragenden Herbstes. Drei H. nennt auch Hesiod, bei dem sie aber Eunomia, d. i. gesetzliche Ordnung,‚ Dike, d. i. Gerechtigkeit, und Eirene (Irenes, d. i. Friede, und Töchter des Zeus und der Themis heißen. Hier und auch sonst zuweilen erscheinen sie also als Vertreterinnen der Ordnung und Gesetzmäßigkeit. In späterer Zeit dagegen werden sie immer mehr Vorsteherinnen der 2448. In de hier und da auch der Stunden des ags. In der bildenden Kunst wurden sie gewöhnlich mit den Attributen der Jahreszeiten dargestellt, in älterer Zeit regelmäßig in der Dreizahl, später auch in der Vierzahl. Vgl. Lehrs, Populäre Aufsätzes, und die Abbildungen in Müller-Wieseler, „Denkmäler der alten Kunst » (Bd. 2), und Conze,