Haug (Joh. Christoph Friedr.), deutscher Epigrammendichter, Sohn des spätern Professors an der stuttgarter Karlsschule Balthasar H., geb. 19. März 1761 zu Niederstotzingen in Württemberg, besuchte die Schule in Ludwigsburg und das Gymnasium zu Stuttgart und studierte sodann auf der Karlsschule, wo er mit Schiller Freundschaft schloß, die Rechte. Nach seinem Abgange von der Karlsschule wurde er 1783 Sekretär bei dem herzogl. Geheimen Kabinett, 1794 Geh. Sekretär und 1817 Hofrat und Bibliothekar. Er starb zu Stuttgart 30. Jan. 1829. Besonders merkwürdig und für die Beweglichkeit und Mannigfaltigkeit seines Witzes Zeugnis ablegend sind seine cZweihundert Hyperbeln auf Herrn Wahls ungeheuere Naser (Stuttg. 1804; 3. Aufl., St. Gallen 1850). Auch gab er mit C. F. Weisser eine interessante Epigrammatische Anthologieß (10 Bde., Zür. 1807 — 9) heraus. Seine zu große Produktivität auf so beschränktem Gebiete verführte ihn aber häufig zur Trivialität, wie überhaupt sein epigrammatischer Witz zum großen Teil veraltet ist. Daneben versuchte er sich in der ernsten Ode; überdies besaß er ein außerordentliches Talent im Improvisieren. Er arbeitete für wissenschaftliche und belletristische Journale und hatte längere Zeit teil an der Herausgabe des „Morgenblatto. Eine Auswahl seiner Gedichten erschien in Leipzig (2 Bde., 1827) und zu Stuttgart (2 Bde., 1840). Haug Martin), Orientalist, geb. 30. Jan. 1827 in Ostdorf bei Balingen in Württemberg, besuchte das Gymnasium in Stuttgart, studierte in Tübingen und Göttingen und habilitierte sich 1854 in Bonn. dei J. 1856 folgte er einer Einladung Bunsens nach eidelberg, um Mitarbeiter an dessen Bibelwerke zu werden. Hier erhielt er einen Ruf nach Indien und kam 1859 als Professor des Sanskrit nach Poona. Auf einer wissenschaftlichen Reise durch die Provinz Guzerate, die er 1863 im Auftrag der engl. Regierung unternahm, hatte er Gelegenheit, viele kostbare Manuskripte in Zend und Sanskrit zu sammeln. Im J. 1866 nach Deutschland zurückgekehrt, lebte er einige Zeit in Stuttgart und wurde 1868 als der erste ord. Professor des Sanskrit und der Sprachvergleichung nach München berufen. Er starb 3. Juni 1876 in Bad Ragaz. H. veröffentlichte: «Die fünf Gäthäs, oder Sammlungen von Liedern und Sprüchen Zarathustras, seiner Jünger und Nachfolger (2 Bde., Lpz. 1858—60), Essays on the sacred language, writings and religion of the Parseeso (Bombay 1862), «über die Schrift und Sprache der zweiten Keilschriftgattungo (Gött. 1855), «über die Pehlewisprache und den Bundehescho (Gött. 1854). Ein „Old Zend-Pahlavi glossaryo und ein Pahlavi-Pazand glossarys edierte er in Gemeinschaft mit seinem Freunde Destur Hoschangji 1868 und 1870, letzteres mit einer längern Einleitung: Essay on the Pahlavi languages (Stuttg. 1870); sein letztes Hauptwerk in dieser Richtung war: «The book of Arda Virafe (mit E. W. West, Bombay-Lond. 1872—74). 5.5 Hauptwerk im Gebiete der altind. Litteratur ist die Ausgabe und übersetzung des „Aitareya Brahmana of the Rigvedas (2 Bde., Bombay 1863). Außerdem sind noch zu nennen: «Über die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Brahmay (Münch. 1868), (Brahma und die Brahmaneno (Münch. 1871), cüber das Wesen und den Wert des vedischen Accentso (Münch. 1873 — 74) und „Vedische Rätselfragen und Rätselsprüche (Münch. 1875).